Copa América Wetten: Lizenz, Quoten und Anbieter in Deutschland

Updated Oktober 2026
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Die Copa América 2026 gibt es nicht. Es ist das Turnier, nach dem im Netz gesucht wird, doch der südamerikanische Verband CONMEBOL richtet das Turnier 2024 in den USA aus, plant die nächste Ausgabe für Juni und Juli 2028 und schiebt dazwischen keine weitere Auflage ein. Wer in Deutschland auf das Turnier wetten will, muss deshalb zwei Dinge auseinanderhalten: Auf welches Turnier wird gewettet, und bei welchem Anbieter ist das in Deutschland überhaupt erlaubt? Die Antworten verändern sich über das Jahr, die rechtliche Grundlage nicht. Sie steht im Glücksspielstaatsvertrag, sie wird von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) überwacht, und sie beginnt bei einer einzigen Frage: Steht der Anbieter auf der Whitelist?

Ein Fußball liegt auf dem Rasen eines leeren Stadions bei Flutlicht, im Hintergrund unscharfe Tribünen ohne erkennbare Beschriftung.
Im Finale der Copa América 2024 am 14. Juli 2024 in Miami Gardens gewann Argentinien gegen Kolumbien 1:0 nach Verlängerung und holte den 16. Titel.

Datenstand: 19. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (Stand 02.10.2026).

Verantwortungsvolles Wetten auf ein Länderturnier

Ein Länderturnier hat eine besondere Eigenschaft: Es zieht sich über Wochen, liefert fast täglich neue Spiele und fällt in eine Zeit, in der Freunde, Kollegen und die Lieblingszeitschrift über das gleiche Ereignis reden. Genau das macht ein solches Turnier zum Risiko, nicht sein sportlicher Reiz. Wer nicht vor dem Anpfiff des ersten Spiels Limits setzt, läuft Gefahr, sich vom Spielplan treiben zu lassen.

Die deutsche Regulierung setzt dafür feste Schwellen. Teilnehmen darf nur, wer volljährig ist (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Wer sich bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis anmeldet, wird bei der Registrierung und bei jedem Login gegen das Sperrsystem OASIS abgeglichen. OASIS ist die bundesweite Sperrdatei, die Selbstsperren und Fremdsperren bündelt. Eine Selbstsperre über das Spieler­konto dauert mindestens drei Monate, wenn der Anbieter den Zeitraum an die GGL meldet, sonst mindestens ein Jahr. Wer bereits gesperrt ist, kann sich nicht bei einem anderen lizenzierten Anbieter neu anmelden.

Neben OASIS kontrolliert LUGAS die Einzahlungen. LUGAS steht für die Datei, in der jeder Anbieter einer Limitdatei die monatlichen Einzahlungen seiner Kunden übergreifend meldet. Standard sind 1.000 € pro Kalendermonat, gemessen über alle Anbieter, bei denen ein Konto besteht. Wer nachweisen kann, dass er mehr tragen kann, kann auf Antrag beim einzelnen Anbieter bis zu 10.000 € erhalten; zwischen 10.000 € und 30.000 € darf ein Anbieter nur für maximal ein Prozent seiner aktiven Kundinnen und Kunden freigeben, und nur, wenn die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit geprüft ist. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Senkungen greifen sofort, Erhöhungen frühestens nach sieben Tagen.

Parallel-Spiel, also das gleichzeitige Wetten bei mehreren Anbietern, ist verboten. Die Aktivitätsdatei erfasst, ob parallel ein Konto aktiv ist, und unterbindet das. Daneben steht der Panikbutton: ein Knopf im Spielerkonto, der sofort eine 24-Stunden-Sperre auslöst. Für ein Länderturnier ist das die womöglich wichtigste Funktion überhaupt. Nach einem verlorenen Spiel am späten Abend ist sie genau das Mittel, das die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit schließt.

Was sich aus all dem für ein Copa-América-Turnier ergibt, ist eine einfache Rechnung. Das Turnier 2024 lief vom 20. Juni bis 14. Juli 2024, das sind 25 Tage mit Gruppenphase und K.-o.-Runde. 25 Tage, in denen Buchmacher rund um die Uhr neue Märkte anbieten. 25 Tage, in denen die Quoten auf jedes Spiel neu berechnet werden, oft in Sekunden. Wer in dieser Phase ohne Einzahlungslimit spielt, hat keins. Das Limit ist Teil der Anbieter-Software, nicht der Disziplin. Es gehört vor dem Anpfiff gesetzt, nicht nach dem verlorenen Elfmeter.

Spielplan und Wettmöglichkeiten der Copa América

Das Turnier folgt einem Modus, der die Wettangebote in jeder Phase neu sortiert. 16 Mannschaften spielen in vier Gruppen zu je vier Teams, die ersten zwei jeder Gruppe ziehen in die K.-o.-Runde ein. Acht Viertelfinals, vier Halbfinals, ein Finale. In der Gruppenphase dominiert die 1X2-Wette, also Sieg, Unentschieden oder Niederlage, dazu Über-/Unter-Torwetten, Handicap-Linien und oft schon erste Wetten auf den Turniersieger. Sobald die K.-o.-Runde beginnt, verschiebt sich das Angebot: Die 1X2-Wette verliert an Bedeutung, weil Unentschieden nach 90 Minuten weniger wahrscheinlich sind; im Viertel- und Halbfinale folgt bei Remis sofort das Elfmeterschießen, im Finale wird verlängert, bevor es ins Elfmeterschießen geht. Genau diese Schnittstellen entscheiden, was eine Wette wert ist.

Die letzte Ausgabe 2024 in den USA zeigt, wie eng das zusammenliegt. Argentinien gewann das Finale am 14. Juli 2024 in Miami Gardens mit 1:0 nach Verlängerung gegen Kolumbien und holte den 16. Titel. Torschützenkönig wurde Lautaro Martínez mit fünf Treffern. Wer vor dem Turnier auf Martínez als Torschützenkönig gesetzt hatte, hielt am Ende einen Wettschein, dessen Quote sich über die Gruppenphase mehrfach verändert hatte. Wer auf den Turniersieger Argentinien gesetzt hatte, saß eine Wette von fast vier Wochen aus. Beide Wetten sind legal, beide sind Ausdruck einer Erwartung, die erst nach dem letzten Pfiff eingelöst wird.

Welche Wettarten in welcher Phase verfügbar sind, regelt der Glücksspielstaatsvertrag. § 21 Abs. 1 erlaubt feste Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses, auf einen Abschnitt davon und auf Vorfälle im Spiel, als Einzel- oder Kombinationswette. Welche Wetttypen überhaupt angeboten werden dürfen, bestimmt die GGL in ihrem Sportwettprogramm (§ 21 Abs. 5). Was im Programm steht, ist zulässig; was nicht, ist auch bei einem lizenzierten Anbieter tabu. Live-Wetten (§ 21 Abs. 4) sind nur während eines laufenden Spiels erlaubt und nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare nächste Einheit in Sportarten, in denen solche Einheiten selten sind. Nächstes Tor im Fußball ja. Nächster Punkt im Tennis, nächster Korb im Basketball nein. Die GGL begründet das mit dem Manipulationsrisiko: Was sich in Sekunden entscheidet, lässt sich schwerer kontrollieren als ein Elfmeter, der einmal in 90 Minuten fällt.

Hinzu kommen Verbote: keine Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, keine manipulationsanfälligen Wetten, keine Wetten auf Regelverstöße und keine Wetten auf soziale oder politische Ereignisse. Für ein Länderturnier wie die Copa América heißt das: Profi-Länderspiele ja, keine Wetten auf U-20-Turniere, keine Wetten auf eine rote Karte als eigenes Ereignis, keine Wetten auf die nächste Trainerentlassung. Wer ein Wettangebot sieht, das über diese Linie hinausgeht, hat es mit einem Anbieter zu tun, der sich nicht an § 21 hält. Gewinne aus solchen Wetten werden ohnehin erst nach dem offiziellen Spielende ausgezahlt, nicht live.

Für die Wettpraxis bedeutet das: In der Gruppenphase ist das Programm am breitesten. Hier sind Über/Unter, Handicap und eine wachsende Zahl von Spielerwetten verfügbar, etwa Torschützen, Karten, Eckbälle. In der K.-o.-Runde schrumpft das Angebot auf das, was die Regulierung eindeutig erlaubt, also das nächste Tor, das Endergebnis, gelegentlich Über/Unter in der Verlängerung. Wer Märkte in der Breite haben will, spielt sie in der Gruppenphase. Wer ein bestimmtes Spiel verfolgt, achtet darauf, ob die Live-Wette, die er setzen will, überhaupt zulässig ist.

Grundlagen: Was die Copa América als Wettobjekt ausmacht

Die Copa América ist das älteste noch ausgetragene Nationalmannschaftsturnier der Welt, erstmals 1916 ausgetragen, vom südamerikanischen Fußballverband CONMEBOL organisiert. Argentinien führt die Rangliste mit 16 Titeln an, Uruguay folgt mit 15. Die Dominanz dieser beiden Verbände prägt die Quotenstruktur jedes Turniers: Die Wettmärkte spiegeln die Hierarchie des südamerikanischen Fußballs, mit gelegentlichen Überraschungen durch Kolumbien, Chile oder Peru.

Ein aufgeschlagenes Notizbuch mit handschriftlichen Skizzen von Spielzügen liegt neben einem Kugelschreiber auf einem Holztisch.
Die Copa América 2024 fand vom 20. Juni bis 14. Juli 2024 in den USA mit 16 Nationen statt.

Die Ausgabe 2024 war in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Erstmals nahmen 16 Mannschaften teil, zehn aus der CONMEBOL, sechs aus der CONCACAF, die sich über die Nations League 2023/24 qualifiziert hatten. Die Aufstockung hatte sportliche Gründe, aber auch einen Effekt auf die Wettmärkte: Mehr Teams bedeuten mehr Spiele, mehr Spiele bedeuten mehr Märkte, mehr Märkte bedeuten mehr Buchmacher mit Quoten. Ein Anbieter, der bei einer Achter-Ausgabe noch mit 30 Märkten pro Spiel auskam, kann bei einer Sechzehner-Ausgabe auf 60 oder 70 gehen, ohne unübersichtlich zu werden. Das ist der Grund, warum die Sechzehner-Format-Version für Buchmacher ökonomisch interessant ist und warum sie in den Werbeaussagen der Anbieter so prominent erscheint.

Für die Quoten heißt das: Die Favoritenrolle ist klar, der Rest ist Staffelung. Argentinien und Brasilien stehen üblicherweise an der Spitze, mit Quoten im Bereich von 3,50 bis 5,00 auf den Turniersieg bei einem lizenzierten Anbieter, der das Turnier im Programm hat. Uruguay, Kolumbien und der aktuelle Weltmeister fallen in die zweite Reihe, mit Quoten zwischen 7,00 und 12,00. Dahinter beginnt der Bereich, in dem jede Wette auf den Turniersieger eher eine Wette auf eine Überraschung ist als auf einen wahrscheinlichen Ausgang. Das ist die Stelle, an der die Marge des Marktes besonders zählt, denn lange Außenseiterlisten sind der Teil eines Marktes, in dem Buchmacher am stärksten kassieren.

Die Copa América 2028 ist für Juni und Juli 2028 geplant, mit 16 Mannschaften, zehn automatisch qualifiziert aus der CONMEBOL und sechs aus der CONCACAF, deren Qualifikationsweg noch festgelegt wird. Der Austragungsort ist noch nicht entschieden. Für Wettanbieter bedeutet das Planungszeit, in der sie ihre Märkte aufbauen, oft Monate vor dem ersten Spiel. Für die Wettenden bedeutet es eine lange Phase, in der Turniersieger-Quoten angeboten werden, die sich nur langsam verändern und in der Verletzungen, Trainerwechsel oder Länderspiel-Ergebnisse die Quoten verschieben.

Wie der Buchmacher an einem solchen Markt verdient, zeigt eine einfache Rechnung. Für ein illustratives Spiel mit drei Ausgängen (Sieg Heimmannschaft, Unentschieden, Sieg Auswärtsmannschaft) seien die Quoten 2,10 / 3,40 / 3,60. Die Auszahlungsquote dieses Marktes, also der Anteil der Einsätze, der im statistischen Mittel an die Wettenden zurückfließt, errechnet sich als Kehrwert der Summe der Kehrwerte der Einzelquoten. 1 geteilt durch (1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60) ergibt rund 0,954. Der Buchmacher behält davon etwa 4,5 bis 4,6 % als Marge. Das ist der Betrag, den jede Wette auf diesem Markt im Durchschnitt kostet, unabhängig davon, welcher Ausgang eintritt. Wer auf einem Markt mit dieser Struktur spielt, gibt auf lange Sicht rund fünf Cent pro Euro Einsatz ab. Wer auf Märkten mit höherer Marge spielt, etwa exotischen Spielerwetten oder Langzeitwetten, gibt mehr ab; wer auf Hauptmärkten mit niedrigerer Marge spielt, etwa asiatischem Handicap bei Top-Spielen, gibt weniger ab.

Diese Spanne ist der Grund, warum Quotenvergleiche im Profiwetten-Bereich nicht nur den höchsten Preis küren, sondern immer die Quote im Verhältnis zur Marktmarge lesen. Eine Quote von 2,10 auf einem Markt mit 4,6 % Marge ist mehr wert als eine Quote von 2,15 auf einem Markt mit 7 % Marge, weil der Auszahlungsanteil auf dem ersten Markt bei rund 95,4 % liegt und auf dem zweiten nur bei rund 93 %. Der Unterschied von zwei Prozentpunkten sieht nach wenig aus. Über hundert Wetten wird er zum entscheidenden Faktor zwischen einer ausgeglichenen Bilanz und einer roten.

Was sich daraus für die Copa América ergibt, ist eine Faustregel: Je bekannter das Spiel, desto enger die Marge. Spiele der Top-Mannschaften untereinander haben bei großen Anbietern oft Margen um die 3 bis 4 %. Spiele zwischen Außenseitern können auf 7 bis 8 % oder mehr klettern. Wer systematisch auf Außenseiter setzt, achtet besonders auf die Marge, weil sein Vorteil aus der Quote sich schneller auflöst als beim Setzen auf Favoriten. Wer auf Favoriten setzt, achtet weniger auf die Marge, weil sein Vorteil ohnehin aus der Wahrscheinlichkeit kommt, nicht aus der Quote.

Anbieter für Copa-América-Wetten im Vergleich

Die folgende Tabelle sortiert die zehn Anbieter, die derzeit mit einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist der GGL stehen und die für ein Turnier wie die Copa América typischerweise Fußball-Märkte anbieten. Sie ist keine Empfehlung. Sie zeigt, wer überhaupt eine Erlaubnis hat, wer hinter dem Angebot steht und seit wann die Erlaubnis besteht. Das Sortierkriterium ist die Whitelist selbst, also der Stand vom 2. Oktober 2026.

Marke Whitelist-Status & Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
Interwetten Whitelist-Erlaubnis Sportwetten, Interwetten Gaming Limited (Malta) 02.11.2020
bet-at-home Whitelist-Erlaubnis Sportwetten, Bet-at-home.com Internet Limited (Malta) 02.11.2020
Bet3000 Whitelist-Erlaubnis Sportwetten, I.B.C. Sportsbetting Limited (Malta) 22.04.2026
NEO.bet Whitelist-Erlaubnis Sportwetten, Greenvest Betting Limited (Malta) 09.10.2020
Sportwetten.de Whitelist-Erlaubnis Sportwetten, NetX Betting Limited (Malta) 19.11.2020
AdmiralBet Whitelist-Erlaubnis Sportwetten, Greentube Betting Malta Limited (Malta) 09.10.2020
ODDSET Whitelist-Erlaubnis Sportwetten, ODDSET Sportwetten GmbH (Deutschland) 18.11.2020
Sportingbet Whitelist-Erlaubnis Sportwetten, Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
bwin Whitelist-Erlaubnis Sportwetten, bwin (Deutschland) Limited (Malta) 09.10.2020
VBet Whitelist-Erlaubnis Sportwetten, SCGO Limited (Malta) 05.12.2023

Die Tabelle zeigt drei Dinge, die im Folgenden wichtig sind. Erstens: Die Erlaubnisinhaber sind in den allermeisten Fällen maltesische Gesellschaften. Die deutsche Erlaubnis wird nach § 9 Abs. 8 GlüStV erteilt, der Anbieter bleibt aber häufig eine Malta Limited. Zweitens: Eine Erlaubnis ist befristet, sie wird in der Regel für fünf Jahre erteilt (§ 4c Abs. 1), und die Whitelist zeigt nur das Datum der Erteilung, kein Enddatum. Drittens: Eine Erlaubnis bedeutet, dass die deutsche Sportwettenaufsicht greift, mit OASIS-Anbindung, LUGAS-Limitdatei und der 5,3 %-Wettsteuer-Regel des Rennwett- und Lotteriegesetzes. Das unterscheidet diese Anbieter von Marken, die zwar im Internet sichtbar sind, aber keine deutsche Erlaubnis haben.

Die Tabelle ist eine Einordnung, keine Empfehlung. Welcher Anbieter für welchen Spielertyp am Ende passt, hängt an Fragen, die die Tabelle nicht beantworten kann: Wie wichtig ist das Live-Angebot? Wie wichtig ist die Quote auf kleinen Märkten? Wie wichtig ist eine App, die das Wettschein-Aufgeben in drei Klicks erlaubt? Diese Fragen werden im Folgenden angesprochen, ohne sie zu werten. Die Bewertung am Ende jedes Anbieter-Abschnitts sagt, was der Block an Erkenntnis trägt.

Interwetten: Frühe Erlaubnis, klassisches Programm

Interwetten steht seit dem 2. November 2020 auf der Whitelist, mit der Interwetten Gaming Limited als Erlaubnisinhaberin mit Sitz in Sliema, Malta. Die Folgeerlaubnis datiert auf den 27. Dezember 2022, die Whitelist selbst trägt kein Enddatum. Was Interwetten von den neueren Marken unterscheidet, ist die Länge der deutschen Marktpräsenz. Der Markenname steht seit Jahrzehnten für Sportwetten im deutschsprachigen Raum, und die Erlaubnis von 2020 reiht sich in eine lange Historie ein.

Für ein Turnier wie die Copa América bedeutet das ein vollständiges Sportwettprogramm im Bereich Fußball, dazu Live-Wetten auf das nächste Tor und das Endergebnis, gelegentlich Über/Unter-Linien. Wer ein klassisches Wettangebot ohne besondere Spezialisierung sucht, findet es hier. Wer eine Nische sucht, etwa Live-Streams aus Südamerika oder besonders tiefe Spielerwetten, ist bei einem Anbieter mit stärkerem Lateinamerika-Fokus möglicherweise besser aufgehoben.

Die Bewertung dieses Blocks: Interwetten ist der Anbieter, an dem sich ablesen lässt, wie ein Vollsortimenter unter deutscher Erlaubnis funktioniert, ohne Besonderheiten, ohne Mangel, ohne Überraschung.

bet-at-home: Österreichische Wurzeln, maltesischer Halter

bet-at-home wird auf der Whitelist von der Bet-at-home.com Internet Limited gehalten, mit erster Erlaubnis am 2. November 2020 und Folgeerlaubnis am 22. Dezember 2022. Die Marke hat ihre Wurzeln in Österreich, was sich im Marktauftritt in Deutschland kaum niederschlägt, aber im Fußball-Programm: Das Angebot ist breit, von europäischen Top-Ligen bis zu kleineren Ligen Südamerikas, was die Copa América einschließt. Hinzu kommt eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28. Dezember 2022, die mit der Sportwetten-Erlaubnis nichts zu tun hat, aber die Marke als Mischhaus ausweist.

Wer auf Spielerkombinationen oder kombinierte Wetten setzt, etwa „Torschützentor und Sieg in einem Spiel“, findet bei einem Anbieter mit dieser Breite eher eine passende Wette als bei einem Spezialisten. Wer reine Casino-Angebote erwartet, ist hier richtig, wenn auch getrennt von der Sportwetten-Erlaubnis zu betrachten.

Die Bewertung dieses Blocks: bet-at-home ist ein Anbieter, der im Fußball breit aufgestellt ist und dessen Erlaubnis die deutsche Regulierung auf das volle Programm anwendet, inklusive LUGAS und OASIS.

Bet3000: Frisch erlaubt, schmaler Auftritt

Bet3000 steht erst seit dem 22. April 2026 auf der Whitelist, mit der I.B.C. Sportsbetting Limited als Erlaubnisinhaberin. Das ist die jüngste Ersterlaubnis in dieser Aufstellung. Eine Folgeerlaubnis gibt es noch nicht, was nicht überrascht, weil die erste Fünf-Jahres-Frist (§ 4c Abs. 1) noch läuft. Was sich daraus für Wettende ergibt, ist vor allem ein vollständig deutsch reguliertes Konto mit allen Pflichten, die § 6a bis § 6c mit sich bringen: ein Konto pro Anbieter, vollständige Verifizierung, eigenes Zahlungskonto, monatliches Einzahlungslimit über LUGAS.

Die Marke Bet3000 ist im deutschen Markt keine neue Erscheinung, das Wettprogramm ist auch im stationären Vertrieb bekannt. Was sich mit der Online-Erlaubnis verändert hat, ist die Reichweite: Wer vor 2026 auf Bet3000 im Internet setzen wollte, fand das Angebot möglicherweise über eine andere Domain. Mit der Whitelist-Erlaubnis ist das Angebot auf einer deutschen Domain mit deutscher Aufsicht erreichbar, und das ist die Linie, an der sich die Bewertung dieses Blocks aufhängt: vollständig reguliert, aber mit der kürzesten Erlaubnishistorie der Runde.

NEO.bet: Kleinere Marke, vollständige Erlaubnis

Die Greenvest Betting Limited, Inhaberin der Erlaubnis für NEO.bet, erhielt die erste Konzession am 9. Oktober 2020, gefolgt von einer weiteren am 22. Dezember 2022. Die Marke gehört zu den kleineren Anbietern im deutschen Markt, mit einem Fußball-Programm, das die europäischen Top-Ligen abdeckt und bei südamerikanischen Turnieren je nach Saisonlage variiert. Für die Copa América 2024 war NEO.bet im Programm, für eine Ausgabe 2028 wird sich das nach dem üblichen Saisonkalender richten.

Was NEO.bet interessant macht, ist nicht das Programm selbst, sondern die Tatsache, dass die Marke zeigt, dass auch kleinere Anbieter die volle Whitelist-Erlaubnis erhalten können. Die Erlaubnisbedingungen sind nicht an die Größe des Anbieters gekoppelt, sondern an die Anforderungen des GlüStV. Wer bei NEO.bet ein Konto eröffnet, durchläuft denselben Verifizierungsprozess wie bei bwin.

Die Bewertung dieses Blocks: NEO.bet steht beispielhaft dafür, dass eine Whitelist-Erlaubnis keine Frage der Markengröße ist, sondern der regulatorischen Erfüllung.

Sportwetten.de: Deutsche Domain, maltesischer Halter

Sportwetten.de wird von der NetX Betting Limited gehalten, mit erster Erlaubnis am 19. November 2020 und Folgeerlaubnis am 16. Dezember 2022. Die Domain liest sich wie ein Verzeichnis, der Halter ist eine Malta Limited. Diese Mischung ist typisch für den deutschen Markt: Die Erlaubnis wird nach deutschem Recht erteilt, der Halter sitzt in einem EU-Mitgliedstaat, oft Malta. Für die Aufsicht spielt der Sitz des Halters nur insoweit eine Rolle, als die GGL ihre Erlaubnis an die Bedingungen des GlüStV knüpft, nicht an den Sitz des Halters.

Wer bei Sportwetten.de ein Konto eröffnet, hat Anspruch auf dieselben Schutzmechanismen wie bei jedem anderen Whitelist-Anbieter: OASIS-Prüfung, LUGAS-Limit, eigene Zahlungskonten, Auszahlung binnen fünf Werktagen nach Kontoschließung (§ 6b Abs. 6-7). Was das Wettprogramm angeht, ist der Anbieter auf Fußball breit aufgestellt, mit Märkten auf die großen europäischen Ligen und auf Turniere wie die Copa América, soweit sie im Programm stehen.

Die Bewertung dieses Blocks: Sportwetten.de ist ein Beispiel dafür, dass die deutsche Erlaubnis nicht an einen deutschen Halter gebunden ist, sondern an die Erfüllung der GlüStV-Bedingungen.

AdmiralBet: Mehrfache Folgeerlaubnisse, Mischhaus

Für AdmiralBet zeichnet die Greentube Betting Malta Limited verantwortlich, die seit dem 9. Oktober 2020 über eine Erlaubnis verfügt; weitere Konzessionen folgten am 13. Dezember 2022 sowie am 29. Juli 2024. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf einer separaten Domain besteht seit dem 28. September 2022. Die Konzernstruktur ist die der Novomatic-Gruppe, was sich in der Mischung aus Sportwetten und Automatenspielen niederschlägt. Beide Erlaubnisse sind getrennt zu betrachten, eine Casino-Erlaubnis begründet keine Sportwetten-Erlaubnis und umgekehrt.

Für die Copa América heißt das: Das Fußball-Programm ist im Bereich europäischer Ligen stark, im südamerikanischen Bereich oft weniger tief als bei spezialisierten Anbietern. Wer die AdmiralBet-Erlaubnis nutzt, sollte das Sportwetten-Programm vom Automatenspiel-Programm trennen, schon weil die Verifizierungsprozesse sich unterscheiden können.

Die Bewertung dieses Blocks: AdmiralBet zeigt, dass auch Mischhäuser mit getrennten Erlaubnissen die volle Whitelist-Konformität erreichen, sofern jedes Angebot seiner eigenen Erlaubnis folgt.

ODDSET: Deutsche GmbH, deutsche Erlaubnis

ODDSET wird von der ODDSET Sportwetten GmbH gehalten. Das ist die Ausnahme in dieser Tabelle: ein deutscher Erlaubnisinhaber. Die Erlaubnis wurde vom Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15. Dezember 2022 erteilt, die Aufsicht führt die GGL in Halle (Saale). Die Marke ist aus dem stationären Vertrieb bekannt, mit Annahmestellen, und hat mit der Online-Erlaubnis den Schritt in den digitalen Markt vollzogen.

Für die Wettpraxis bedeutet das: Wer die Annahmestelle aus der Vor-Online-Ära kennt, findet das Online-Angebot mit ähnlicher Logik, gerade für klassische 1X2- und Ergebniswetten. Live-Wetten sind im Programm, das Spektrum an Spezialwetten fällt eher schmal aus im Vergleich zu international aufgestellten Anbietern. Für die Copa heißt das, dass die Spiele im Programm stehen, der Detailgrad der Märkte aber geringer sein kann als bei Mitbewerbern.

Die Bewertung dieses Blocks: ODDSET ist der einzige Anbieter in dieser Runde mit deutschem Erlaubnisinhaber, was in der Frage nach der Rechtsdurchsetzung einen erkennbaren Unterschied macht, weil eine deutsche GmbH direkt in Deutschland verklagt werden kann.

Sportingbet: Konfigurator+ und breites Sportangebot

Betreiberin von Sportingbet ist die Sportingbet (Deutschland) Limited, welche ihre erste Erlaubnis am 9. Oktober 2020 erhielt; die Folgeerlaubnis wurde am 21. Dezember 2022 ausgestellt. Das Programm hebt sich durch den Konfigurator+ hervor, mit dem Wettende mehrere Auswahlen aus einem Spiel zu einer kombinierten Wette zusammenstellen können. Das ist nicht das, was der Glücksspielstaatsvertrag unter Kombinationswette versteht, denn eine Kombinationswette kombiniert Wetten über mehrere Ereignisse, während der Konfigurator+ Auswahlen innerhalb eines Spiels zu einer Wette bündelt. Beide Wettformen sind zulässig, solange die einzelnen Auswahlen im Sportwettprogramm stehen.

Das Sportangebot reicht von Fußball über Tennis, Basketball, Eishockey, Handball bis zu Darts und Snooker. Für die Copa América 2024 war Fußball das tragende Angebot, mit Märkten auf die Gruppenphase und die K.-o.-Runde. Wer auf kleinen Sportarten unterwegs ist, findet bei Sportingbet ein breiteres Programm als bei vielen Mitbewerbern.

Die Bewertung dieses Blocks: Sportingbet ist der Anbieter, an dem sich zeigt, was die Whitelist-Erlaubnis bei einem sportlich breit aufgestellten Anbieter konkret bedeutet, ohne dass eine Lizenz selbst die Wettmärkte bestimmt.

bwin: Große Marke, vollständiges Programm

Die bwin (Deutschland) Limited, Inhaberin der Lizenz für bwin, operiert auf Basis der ersten Erlaubnis vom 9. Oktober 2020, ergänzt durch eine Folgekonzession vom 23. Dezember 2022. Die Marke gehört zu den bekanntesten Sportwetten-Marken im deutschsprachigen Raum, mit Sponsoring-Präsenz im Fußball und einer breiten medialen Wahrnehmbarkeit. Das Programm ist im Fußball breit, mit Märkten auf europäische Top-Ligen und auf internationale Turniere, einschließlich der Copa América, soweit sie im Programm steht.

Was bwin von kleineren Mitbewerbern unterscheidet, ist die schiere Größe des Wettprogramms. Die Anzahl der Märkte pro Spiel, die Tiefe der Spielerwetten und die Verfügbarkeit von Spezialwetten sind in der Regel größer. Die Marge auf Hauptmärkten liegt tendenziell im Bereich der Konkurrenz, in Nischenmärkten eher darüber. Wer auf Hauptmärkten spielt, etwa auf den Sieger eines Spiels der Gruppenphase, achtet weniger auf den Anbieter. Wer auf exotischen Märkten spielt, vergleicht die Quote.

Die Bewertung dieses Blocks: bwin ist der Standard, an dem andere Anbieter gemessen werden, was die Programmtiefe angeht, nicht was die Marge angeht.

VBet: Später Erlaubniszeitpunkt, schmaler Bestand

VBet wird von der SCGO Limited gehalten, mit Erlaubnis seit dem 5. Dezember 2023. Das ist die zweitjüngste Ersterlaubnis in dieser Aufstellung. Der Halter hat seinen Sitz in St. Julian’s, Malta, das Programm ist auf Fußball ausgerichtet, mit einer Stärke in osteuropäischen und asiatischen Ligen, was die Marke auch im deutschen Markt positioniert.

Für die Copa América heißt das: Das Programm enthält die großen Spiele, die Märkte auf kleinere Begegnungen sind weniger tief als bei etablierten Wettbewerbern. Wer die Spitzenspiele sucht, wird sie finden, wer das volle Programm eines 16-Nationen-Turniers sucht, vergleicht mit Anbietern, deren Erlaubnis länger besteht.

Die Bewertung dieses Blocks: VBet zeigt, dass auch eine junge Erlaubnis den vollen Pflichtenkatalog des GlüStV mit sich bringt, inklusive LUGAS, OASIS und der Wettsteuer, ohne dass die Programmtiefe mit der Erlaubnisdauer identisch wäre.

Einordnung der Copa América für 2026

Im Kalenderjahr 2026 findet keine Copa América statt. Das ist die Grundaussage, an der jede Wettentscheidung hängen muss. Wer nach „Copa América 2026“ sucht, sucht nach einem Turnier, das in dieser Form nicht ausgetragen wird, und genau hier beginnt die Verwechslung, die zu schlechten Wetten führt.

Die letzte Ausgabe 2024 in den USA liegt fast zwei Jahre zurück. Argentinien gewann das Finale am 14. Juli 2024 in Miami Gardens mit 1:0 nach Verlängerung gegen Kolumbien, Torschützenkönig wurde Lautaro Martínez mit fünf Treffern. Diese Daten bleiben im Spiel, weil Turnierwetten oft auf den nächsten Sieger, den nächsten Torschützenkönig oder den nächsten Moduswechsel gesetzt werden, sobald die Planung des nächsten Turniers beginnt. Sie sind aber kein Anlass, in 2026 auf ein Spiel zu wetten, das nicht stattfindet.

Die nächste Ausgabe ist für Juni und Juli 2028 geplant, mit 16 Mannschaften, zehn aus der CONMEBOL, sechs aus der CONCACAF. Der Austragungsort ist noch nicht entschieden. Anbieter mit Whitelist-Erlaubnis werden dieses Turnier typischerweise Monate vor dem Anpfiff in ihr Programm aufnehmen, mit Langzeitwetten auf den Turniersieger, den Torschützenkönig, den Sieger der Gruppenphase, gelegentlich auf den Modus des Finals. Wer auf solche Wetten setzt, hält sie über Monate, oft über ein Jahr, und das ist genau die Zeitspanne, in der sich persönliche Umstände, Limits und Verfügbarkeiten verändern. Eine Wette, die im Frühjahr 2027 sinnvoll erscheint, kann im Frühjahr 2028 das Limit sprengen. Wer die Wette nicht vor dem Anpfiff des ersten Spiels begrenzt, spielt sie offen, und das ist die Stelle, an der die Folgen einsetzen, nicht die Stelle, an der die Wette geschlossen wird.

In der Zwischenzeit, also in 2026, ist die Copa América im Wettprogramm nur als Archiv vorhanden: Ergebnisse aus 2024, Endspiele aus 2021 und 2019, eine Wiederholung des Modus 2016. Wer ein Archiv-Spiel im Programm findet, kann darauf setzen, sofern der Anbieter es anbietet, und die Marge auf solchen Märkten ist erfahrungsgemäß höher als auf aktuellen Spielen, weil das Interesse geringer ist. Wer in 2026 auf Copa América wetten will, ohne auf 2028 zu warten, sollte die Quoten sorgfältig lesen, gerade weil das Turnierarchiv für Wettende eine Nische ist, in der Anbieter weniger Anreiz haben, die Marge eng zu halten.

Wer seine Wettaktivität rund um Fußball und Südamerika in 2026 ausrichten will, ohne auf 2028 zu warten, findet in den großen südamerikanischen Ligen, der Copa Libertadores und der Copa Sudamericana laufende Wettbewerbe. Diese sind ganzjährig im Programm, mit ähnlichen Marktstrukturen, ähnlichen Favoriten- und Außenseiterquoten, und mit einer ganz anderen Wettpraxis, weil jedes Wochenende ein Spiel stattfindet und die Quote sich auf das konkrete Match bezieht, nicht auf ein Ereignis, das erst in Monaten ansteht.

Rechtslage: Wann eine Wette auf das Turnier in Deutschland erlaubt ist

Die Frage, ob eine Wette auf die Copa América in Deutschland zulässig ist, hat zwei Antworten, die zusammenpassen müssen. Erstens: Welche Wetten auf ein Länderturnier sind nach dem Glücksspielstaatsvertrag überhaupt erlaubt? Zweitens: Bei welchem Anbieter ist das Wetten in Deutschland erlaubt? Beide Antworten kommen aus dem GlüStV 2021, der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist.

Ein Smartphone mit dunklem Display liegt neben einer Kaffeetasse auf einem Holztisch im Licht eines Fensters.
Die Copa América 2028 ist für Juni und Juli 2028 mit 16 Nationen geplant, der Austragungsort ist noch nicht entschieden.

Die zentrale Norm für die Erlaubnis ist § 9a Abs. 1 Nr. 3 in Verbindung mit § 27f Abs. 1 GlüStV: Wer in Deutschland Sportwetten im Internet veranstalten oder vermitteln will, braucht eine Erlaubnis der GGL. Die Erlaubnis wird nach § 4c Abs. 1 in der Regel für fünf Jahre erteilt. Die GGL führt die bundesweite Whitelist nach § 9 Abs. 8, die einzige amtliche Liste der Anbieter, die in Deutschland legal Sportwetten anbieten dürfen. Die Whitelist vom 2. Oktober 2026 enthält 30 Einträge: 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon auch mit Pferdewetten, und drei Inhaber einer reinen Pferdewetten-Erlaubnis. Jeder Eintrag ist eine Domain, und jede Domain ist eine .de-Domain. Eine .de-Domain allein ist allerdings kein Beleg, weil auch nicht erlaubte Anbieter .de-Domains registrieren können. Beleg ist nur der Eintrag auf der Whitelist.

Eine Erlaubnis bedeutet die Anwendung des vollen GlüStV-Regelwerks auf das Angebot des Anbieters. Dazu gehören die Altersgrenze 18 Jahre (§ 4 Abs. 3), ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung (§ 6a), ein einheitliches Sperrsystem OASIS (§§ 8, 8a), die Limitdatei LUGAS für Einzahlungen und Aktivitäten (§ 6c, § 6h), der Panikbutton für eine 24-Stunden-Sperre (§ 6i Abs. 3), Eigenname-Pflicht für Zahlungskonten und ein Verbot anonymer Zahlungsmittel (§ 6b Abs. 4) sowie die Insolvenzsicherung des Spielergelds und die Auszahlung des Restguthabens binnen fünf Werktagen nach Kontoschließung (§ 6b Abs. 6-7). Wer bei einem Anbieter mit Whitelist-Erlaubnis wettet, ist an diese Regeln gebunden, und der Anbieter muss sie technisch abbilden.

Vor der vollständigen Verifizierung gilt eine Übergangsphase: 72 Stunden Spielzeit, ein Einzahlungslimit von 100 €, keine Auszahlung. Wer in dieser Phase gewinnt, kann den Gewinn erst nach Abschluss der Verifizierung ausgezahlt bekommen. Das ist der Mechanismus, der den Vollzug der Identitätsprüfung absichert, und der Grund, warum eine Anmeldung am Vorabend eines Spiels ohne vollständige Verifizierung riskant ist.

Die Sportwettensteuer ist keine Frage der Erlaubnis, sondern des Steuerrechts. Sie ergibt sich aus §§ 16-25 Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG) und beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, was rund 5,03 % des gezahlten Einsatzes entspricht. Schuldner der Steuer ist der Veranstalter der Wette (§ 19), nicht der Wettende. Ob und wie der Anbieter die Steuer an die Wettenden weitergibt, ist seine eigene Entscheidung, die er in seinen AGB offenlegt. Auf der Whitelist-Erlaubnis folgt daraus keine Pflicht zur Weitergabe und keine Pflicht zur Nicht-Weitergabe. Wer wissen will, ob sein Anbieter die Steuer abzieht, liest die AGB oder prüft die Abrechnung auf dem Wettschein.

Diese Aufteilung zwischen gesetzlicher Schuldnerschaft und vertraglicher Weitergabe ist der Grund, warum Werbeaussagen wie „0 % Wettsteuer“ und „beste Quoten“ mit Vorsicht zu lesen sind. „0 % Wettsteuer“ bedeutet, dass der Anbieter die Steuer nicht an die Wettenden weitergibt, sondern aus seiner Marge trägt. Das ist ein Marketing-Argument, das auf eine reale Leistung verweist, nämlich die Subventionierung der Wettenden aus der Anbieter-Marge, und es verzerrt den Vergleich, weil ein Anbieter mit Weitergabe bei gleicher Quote weniger auszahlt. „Beste Quoten“ bezieht sich in der Regel auf einen Vergleich gegen Mitbewerber, oft basierend auf einer Quote-Anzahl-Studie, die einen Marktanteil am Quotenangebot misst, nicht das durchschnittliche Preisniveau. Wer Quoten vergleicht, vergleicht den Preis des konkreten Marktes, nicht die Anzahl der Tage, an denen ein Anbieter auf Platz eins liegt.

Das Verbot des Anbietens ohne Erlaubnis greift nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine rechtliche Wirkung, weil die GGL-Erlaubnis eine deutsche Erlaubnis ist und nur sie die Voraussetzung für ein legales Angebot in Deutschland erfüllt. Die GGL hat im September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt. Strafrechtlich ist das Veranstalten nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bedroht, das Bewerben nach § 284 StGB mit bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. In der Praxis werden Spielerinnen und Spieler nicht verfolgt, das Strafrecht richtet sich gegen Anbieter und Werbende. Die zivilrechtliche Seite ist offener. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die EU-Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht, die ohne deutsche Erlaubnis geschlossen wurden. Der Generalanwalt beim EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 die Möglichkeit bejaht, dass Wettende von einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis die Einsätze zurückverlangen können, sofern die zuständigen Behörden nicht zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Urteil des EuGH steht aus. Wer in dieser Lage auf einen Anbieter ohne Whitelist-Erlaubnis setzt, spielt gegen eine unklare Rechtslage, deren Auflösung dem EuGH obliegt, und nicht gegen einen klaren Vertragspartner.

Das Werberecht für Sportwetten unterscheidet sich vom Werberecht für Casino- und Glücksspielautomaten. Die 06:00-21:00-Sperre des § 5 Abs. 3 Satz 1 GlüStV gilt für Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele, nicht für Sportwetten. Für Sportwetten gelten die Regeln des § 5 Abs. 3 und 6: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung desselben Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen und Sportlern oder Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Eine gesetzliche Obergrenze für die Höhe eines Sportwetten-Bonus enthält der GlüStV nicht. Die Bedingungen, also Höhe, Umsatzfaktor, Mindestquote, Frist, ergeben sich aus den AGB des jeweiligen Anbieters. Wer einen Bonus annimmt, sollte diese Bedingungen lesen, bevor er die Wette platziert, denn die Wettsteuer, die Eigenname-Pflicht und das monatliche Einzahlungslimit greifen unabhängig vom Bonus und können mit dessen Umsatzbedingungen kollidieren.

Was sich aus all dem für die Praxis ergibt, ist eine Handlungsreihenfolge. Wer auf die Copa América wetten will, prüft zuerst die Whitelist. Wer auf der Whitelist steht, ist als Anbieter erlaubt. Wer dort nicht steht, ist es nicht, und der Rest der Frage, also Live-Angebot, Quoten, Bonus, ist zweitrangig. Wer ein Konto eröffnet, durchläuft die vollständige Verifizierung, bevor er eine Wette platziert, und nutzt die 72-Stunden-Phase nicht, um sofort hohe Einsätze zu setzen. Wer Limits setzt, setzt sie vor dem Anpfiff, nicht nach dem verlorenen Spiel. Wer einen Bonus annimmt, liest die Bedingungen, prüft insbesondere den Umsatzfaktor, die Mindestquote und die Frist, und entscheidet, ob der Bonus den Aufwand wert ist. Wer sich unsicher fühlt, nutzt den Panikbutton, der für 24 Stunden sperrt und danach eine bewusste Entscheidung verlangt.

Häufige Fragen

Findet 2026 eine Copa América statt, und welche Ausgaben gelten als die letzte und die nächste?

Im Kalenderjahr 2026 findet keine Copa América statt. Die letzte Ausgabe war 2024 in den USA, Argentinien gewann das Finale am 14. Juli 2024 in Miami Gardens mit 1:0 nach Verlängerung gegen Kolumbien, Torschützenkönig wurde Lautaro Martínez mit fünf Treffern. Die nächste Ausgabe ist für Juni und Juli 2028 geplant, mit 16 Mannschaften und noch offenem Austragungsort. Wer in 2026 auf Copa América wetten will, wettet entweder auf das Archiv-Turnier, das manche Anbieter im Programm halten, oder wartet auf die Quoten zur Ausgabe 2028, die erfahrungsgemäß Monate vor dem Anpfiff verfügbar sind.

Wie lässt sich prüfen, ob ein Wettanbieter für Turnierwetten eine deutsche Erlaubnis besitzt?

Die Prüfung geht über die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Die Whitelist ist die einzige amtliche Liste erlaubter Anbieter nach § 9 Abs. 8 GlüStV, der aktuelle Stand datiert auf den 2. Oktober 2026. Wer dort mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt ist, darf in Deutschland Sportwetten anbieten, und zwar nur über die Domain, die in der Whitelist steht. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan ersetzt die deutsche Erlaubnis nicht. Wer auf der Whitelist nicht steht und trotzdem in Deutschland wirbt, handelt nach § 4 Abs. 1 GlüStV ohne Erlaubnis.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Quote und Auszahlung bei Turnierwetten aus?

Die Steuer von 5,3 % wird nach §§ 16-25 RennwLottG auf den Einsatz abzüglich der Steuer selbst erhoben, was rund 5,03 % des gezahlten Einsatzes entspricht. Schuldner ist der Veranstalter, nicht der Wettende. Ob und wie der Anbieter die Steuer an die Wettenden weitergibt, entscheidet der Anbieter in seinen AGB. Manche Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Gewinn ab, andere tragen sie aus der Marge. Wer wissen will, wie viel tatsächlich ausgezahlt wird, liest die AGB oder prüft den Wettschein, nicht die Werbung.

Welche Wettarten gibt es bei einem Länderturnier, etwa auf den Turniersieger oder den Torschützenkönig?

Erlaubt sind Einzel- und Kombinationswetten auf den Ausgang eines Ereignisses, auf einen Abschnitt davon und auf Vorfälle im Spiel, sofern die Wetttypen im Sportwettprogramm der GGL stehen (§ 21 Abs. 1, Abs. 5). Auf ein Länderturnier wie die Copa América bedeutet das: 1X2 in der Gruppenphase, Über/Unter, Handicap, Sieger der Gruppe, Torschützenkönig, Turniersieger als Langzeitwette. Live-Wetten sind nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare nächste Einheit erlaubt, niemals auf den nächsten Punkt im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball. Wetten auf Minderjährigen- oder Amateurspiele, auf Regelverstöße und auf soziale oder politische Ereignisse sind tabu, unabhängig davon, was ein Anbieter im Programm hat.

Wie werden Wetten in der Finalrunde gewertet, wenn es zu Verlängerung oder Elfmeterschießen kommt?

In der Finalrunde der Copa América gilt: Bei Unentschieden nach 90 Minuten folgt im Viertel- und Halbfinale sofort das Elfmeterschießen, nur im Finale wird vorher verlängert. Für die Wettwertung heißt das: Wetten auf den Sieger nach regulärer Spielzeit werden durch das Elfmeterschießen nicht beeinflusst, das Spiel gilt nach 90 Minuten als unentschieden. Wetten auf „Steigt der Sieger in die nächste Runde auf“ schließen die Verlängerung und das Elfmeterschießen ein, weil das Weiterkommen die maßgebliche Frage ist. Wetten, die explizit „nach Verlängerung“ oder „nach Elfmeterschießen“ ausgewiesen sind, werten nur diesen Spielabschnitt. Die genaueste Quelle für die Wertung im konkreten Fall sind die AGB des Anbieters, weil die Begriffe „Sieg“ und „Weiterkommen“ nicht in allen Häusern identisch definiert sind.

Wie hoch ist das monatliche Einzahlungslimit bei lizenzierten Anbietern, und gilt es auch für Turnierwetten?

Das Standardlimit liegt nach § 6c Abs. 1 GlüStV bei 1.000 € pro Kalendermonat, gemessen über alle Anbieter, bei denen ein Konto besteht. Das Limit wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt und gilt unabhängig davon, ob auf ein Länderturnier, eine Liga oder ein Einzelspiel gewettet wird. Eine Erhöhung ist nur auf Antrag beim einzelnen Anbieter und nur gegen Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit möglich, eine Selbsterklärung reicht nicht, und die Spanne geht von 1.000 € bis 10.000 €, in Ausnahmefällen bis 30.000 € für höchstens ein Prozent der aktiven Kundinnen und Kunden des Anbieters. Senkungen greifen sofort, Erhöhungen frühestens nach sieben Tagen.

Inhalt erstellt vom Team «wettseitenhub.com»