Regionalliga wetten – was möglich bleibt, wenn die Lizenz es ausschließt

Updated Oktober 2026
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Stand: 19. Oktober 2026, abgeglichen mit der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).

Vier deutsche Staffeln, knapp hundert Vereine, fünf Aufsteiger in die 3. Liga – die Regionalliga ist die Spielklasse, in der halbprofessioneller Fußball gegen den Aufstieg arbeitet. Wer auf diese Spiele setzen will, sucht etwas, das die meisten deutschen Wettanbieter im Programm schlicht nicht führen. Die Gründe liegen nicht im Geschmack der Buchmacher, sondern in einer Vorschrift, die Ereignisse überwiegend von Amateuren vom deutschen Wettmarkt ausschließt. Was bleibt, ist eine unübersichtliche Lage: ausländische Anbieter listen die Spiele, deutsche Lizenzen tun es nicht, und der Spieler steht zwischen beiden Welten. Diese Seite sortiert, was möglich ist, was erlaubt bleibt und welche Wege überhaupt zur Wahl stehen.

Ein einfacher Rasenplatz mit kleiner Stehtribüne und Flutlichtmasten in der Dämmerung, auf der Tribüne sitzen nur wenige Zuschauer.
Aus der Fußball-Regionalliga steigen seit 2019 die Meister von drei Staffeln direkt in die 3. Liga auf; die restlichen zwei Staffelmeister spielen in einem Playoff den vierten Aufsteiger aus.

Welche Wettarten bei der Regionalliga theoretisch greifen würden

Was Spieler aus Bundesliga und 3. Liga kennen

Aus höheren Ligen sind drei Wettformen Standard: die Einzelwette auf ein einzelnes Ereignis (Sieg Heimmannschaft, Unentschieden, Auswärtssieg), die Handicap-Wette mit einem fiktiven Vor- oder Rückstand und die Über/Unter-Wette auf die Anzahl der Tore. Hinzu kommen Live-Wetten während des Spiels, die Kombiwette über mehrere Partien und der Cash Out, mit dem ein Wettschein vor dem Ende der Begegnung zurückgekauft werden kann. Keine dieser Wettarten ist auf eine bestimmte Liga zugeschnitten – sie beschreiben nur das Verhältnis des Spielers zur Begegnung und funktionieren technisch überall dort, wo ein Buchmacher das Ereignis überhaupt anbietet.

Was bei erlaubten Anbietern fehlt

Das deutsche Recht schließt Wetten auf Ereignisse aus, die überwiegend von Minderjährigen oder Amateuren bestritten werden. Die Praxis der GGL ordnet Fußball unterhalb der 3. Liga genau diesem Amateurbereich zu. Was im Wettprogramm eines Bundesliga-Anbieters erscheint – Einzelwette, Handicap, Tore über 2,5, Halbzeit/Endstand, nächster Torschütze – bleibt bei einem Regionalliga-Spiel deshalb außen vor, solange der Anbieter auf der GGL-Whitelist steht. Wer eines der genannten Spielformate (Sieg, Unentschieden, Über/Unter, Handicap, Live-Wette, Cash Out) bei einem Regionalliga-Spiel nutzen will, hat auf dem deutschen Markt keine Auswahl, die mit Erlaubnis arbeitet.

Ein geschlossenes Tor an einem Zaun mit Vorhängeschloss im Morgenlicht, dahinter ein einfacher Sportplatz.
Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Wie Quoten funktionieren würden, wenn es sie gäbe

Eine Quote ist das Verhältnis von Einsatz zu Gewinn in dezimaler Schreibweise: Eine Quote von 2,10 bedeutet, dass ein Euro Einsatz 2,10 € zurückbringt, der Reingewinn also 1,10 € beträgt. Aus den Quoten aller möglichen Ausgänge eines Marktes ergibt sich der sogenannte Quotenschlüssel: 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten ergibt den Anteil der Einsätze, den der Markt im Schnitt wieder auszahlt. Was übrig bleibt, ist die Marge des Buchmachers. Wer das Prinzip einmal verstanden hat, kann jede Quote danach lesen, ob sie großzügig oder knapp kalkuliert ist.

Eine Beispielrechnung aus den oberen Ligen

Nehmen wir einen fiktiven 1X2-Markt mit den Quoten 2,10 für den Heimsieg, 3,40 für das Unentschieden und 3,60 für den Auswärtssieg. Der Kehrwert der Heimsiegquote ist 0,476, der des Unentschiedens 0,294, der des Auswärtssieg 0,278 – die Summe liegt bei etwa 1,048. Der Quotenschlüssel liegt damit bei rund 95,4 %, die Marge des Marktes entsprechend bei etwa 4,6 %. In den oberen Ligen bewegen sich Marge und Auszahlungsanteil üblicherweise in dieser Größenordnung – niedrigere Margen bedeuten mehr Auszahlung an die Spieler, höhere Margen bedeuten mehr Verdienst für den Buchmacher. Auf das einzelne Spiel gerechnet klingt das nach wenig, über viele Wetten wird es zum eigentlichen Preis, den der Spieler zahlt. Diese Rechnung ist ein Beispiel aus höheren Ligen; sie beschreibt, wie jede Quote technisch funktioniert, nicht was auf der Regionalliga tatsächlich quotiert wird.

Ein abgewetzter Fußball liegt auf dem Anstoßkreis eines Naturrasens im Morgennebel.
Die erste Saison der Fußball-Regionalliga war 1963; ihre heutige Form als vierthöchste Spielklasse besteht seit der Saison 2008/09.

Die Regionalliga als Spielklasse: was sie ist und was nicht

Aufbau und Geschichte

Die Fußball-Regionalliga ist die vierthöchste Spielklasse im deutschen Männerfußball. Sie wurde 1963 erstmals ausgetragen; ihre heutige Form als vierthöchste Klasse besteht seit der Saison 2008/09. Seit der Saison 2012/13 liegt die Hauptverantwortlichkeit nicht mehr beim DFB, sondern bei fünf regionalen Ligaverbänden. In fünf eingleisigen Staffeln spielen je 18 bis 20 Mannschaften um Punkte, Tore und am Saisonende um den Aufstieg: Regionalliga Nord, Regionalliga Nordost, Regionalliga West, Regionalliga Südwest und Regionalliga Bayern. Die Staffeln decken das Bundesgebiet regional ab, ihre Zusammensetzung folgt den Vereinsstrukturen vor Ort, nicht einem überregionalen Ranking.

Aufstieg in die 3. Liga

Seit 2019 steigen die Meister von drei Staffeln direkt in die 3. Liga auf. Die übrigen zwei Staffelmeister spielen in einer Playoff-Runde den vierten Aufstiegsplatz aus. Pro Saison verlassen damit vier Vereine die Regionalliga in Richtung 3. Liga, von unten stoßen Vereine aus den Oberligen nach. Das erklärt, warum die Regionalliga trotz ihrer fünf Staffeln keine in sich geschlossene Liga ist, sondern ein Durchgangsraum: für die einen das Sprungbrett nach oben, für andere das letzte Auffanglager vor dem Abstieg in den Amateurfußball.

Warum sie für Wettanbieter schwer kalkulierbar ist

Die wirtschaftliche Basis der Vereine ist schmal, die Kaderstärke schwankt zwischen Saisons, Spielerverfügbarkeit ist oft kurzfristig. Da die GGL Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich einstuft, fehlt die Grundlage für eine Aufnahme in das Sportwettprogramm deutscher Lizenzinhaber. Das ist ein Grund, warum deutsche Lizenzinhaber die Liga nicht ins Pflichtprogramm aufnehmen müssen.

Vergleich der erlaubten Anbieter – wer was im Programm hat

Was die Tabelle zeigt und was nicht

Die folgende Übersicht führt zehn Wettanbieter auf, die am 02.10.2026 auf der Whitelist der GGL stehen. Sie ist keine Empfehlung, kein Ranking und kein Hinweis darauf, dass ein Anbieter Regionalliga-Spiele quotiert. Sie zeigt ausschließlich, wer in Deutschland legal Sportwetten anbieten darf, wer hinter dem Angebot steht und seit wann die Erlaubnis besteht. Alle zehn genannten Marken sind auf der Whitelist, alle führen .de-Domains – was nicht heißen muss, dass das jeweilige Wettprogramm Regionalliga-Spiele enthält.

Anbieter Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
Betano Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021
Sportwetten.de NetX Betting Limited 19.11.2020
Sportingbet Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Betway Betway Limited 09.03.2021
888sport 888 Germany Limited 30.06.2021
VBet SCGO Limited 05.12.2023
MERKUR BETS Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
AdmiralBet Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
bet365 Hillside (Europe) ENC 09.10.2020
bpremium Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020

Was die Spalten bedeuten und was sie nicht zeigen

Die Whitelist ist die einzige amtliche Quelle, mit der sich in Deutschland prüfen lässt, ob ein Anbieter eine Sportwetten-Erlaubnis besitzt; ein .de-Domain-Name allein beweist das nicht. Die zweite Spalte nennt die Gesellschaft, die auf der Whitelist als Inhaberin der Erlaubnis geführt wird – nicht den Sitz einer möglichen Konzernmutter und nicht den Namen, unter dem der Spieler den Anbieter kennt. Die dritte Spalte nennt das Datum der ersten Erlaubnis. Die Whitelist führt daneben auch Folgeerlaubnisse – etwa für AdmiralBet am 13.12.2022 und 29.07.2024 oder für bet365 am 27.12.2022 –, aber kein Enddatum. Wer eine Erlaubnis prüft, sieht also nur, wann sie begann, nicht wann sie ausläuft.

Wer in höheren Ligen stark aufgestellt ist

Unter den genannten Anbietern finden sich Marken, die in Bundesliga, Champions League oder englischer Premier League breit aufgestellt sind. Betano bewirbt in seiner App einen Bet Builder (mehrere Märkte eines Spiels kombinieren), Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Betway nennt im App Store einen Konfigurator für Fußballspiele und einen Konfigurator+, der Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert. Sportingbet listet im Wettprogramm einen Konfigurator+ und Live-Wetten bei Sportarten wie Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Keine dieser Funktionen besagt etwas über das Regionalliga-Angebot; sie zeigen nur, wofür die jeweilige Plattform bei höherklassigen Events gebaut ist.

Was an die Stelle der Regionalliga tritt

Wer in Deutschland legal wetten möchte, hat die Auswahl aus den genannten zehn Anbietern und ihrem Programm in Bundesliga, 3. Liga, Premier League, Champions League, NBA und den anderen großen Ligen. Für den Spieler, der aus Gewohnheit an der Regionalliga hängt, ist das kein Ersatz – aber es ist die Auswahl, die das deutsche Recht offenlässt. Wer das Spiel aus nächster Nähe verfolgen will, hat bei höheren Ligen mitunter sogar Livestreams im Wettkonto: Winamax streamt etwa Spiele aus La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie und MLS, von Grand-Slam-Tennisturnieren und NBA- oder NFL-Partien direkt ins eigene Kundenkonto, Wettstar zeigt Livestreams von Pferderennen. Wer auf Amateurfußball wetten will, muss diesen Weg verlassen.

Die rechtliche Lage: was das Glücksspielrecht erlaubt und was nicht

Die zentrale Vorschrift

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, bildet die Grundlage. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) erteilt die bundesweite Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV) und überwacht den Markt. Die amtliche Whitelist nach § 9 Abs. 8 ist das einzige Mittel, mit dem sich eine gültige Erlaubnis prüfen lässt. Im Stand vom 02.10.2026 führt sie 30 Einträge – 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten-Erlaubnis, und drei Inhaber reiner Pferdewetten-Erlaubnisse.

Was überhaupt gewettet werden darf

Der Veranstalter darf Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse innerhalb des Ereignisses anbieten, als Einzel- oder Kombinationswette (§ 21 Abs. 1). Live-Wetten sind nach § 21 Abs. 4 während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente erlaubt, soweit solche Ereignisse selten sind – nächstes Tor im Fußball ja, nächster Satz im Tennis ja, nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball nein. Ausgeschlossen sind Wetten auf Ereignisse, die überwiegend von Minderjährigen oder Amateuren bestritten werden, manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). Soziale oder politische Ereignisse sind ebenfalls nicht wettbar.

Was das für die Regionalliga bedeutet

Die GGL-Praxis ordnet Fußball unterhalb der 3. Liga dem Amateurbereich zu. Damit fällt die Regionalliga in die Kategorie, deren Ereignisse ein Inhaber einer deutschen Erlaubnis nicht in sein Wettprogramm aufnehmen darf. Ein Anbieter auf der Whitelist, der trotzdem Regionalliga-Spiele listet, verstößt gegen seine Erlaubnis. Was auf ausländischen Plattformen angeboten wird, hat mit der deutschen Erlaubnis nichts zu tun: Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta gilt in Deutschland nicht. Die GGL hat Verbraucherinnen und Verbraucher am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und in diesem Zusammenhang explizit einzelne Marken genannt.

Was ohne Erlaubnis droht

Anbietern ohne deutsche Erlaubnis, die Wetten an Spieler in Deutschland vermitteln, drohen strafrechtliche Konsequenzen: Organisation bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe (§ 284 StGB), Werbung bis zu einem Jahr. Die Teilnahme von Spielern kann mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe geahndet werden (§ 285 StGB); in der Praxis verfolgen die Behörden einzelne Spieler allerdings nicht. Die GGL kann gegenüber unerlaubten Angeboten Verbots- und Zahlungsblockaden sowie Netzsperren anwenden (§ 9 GlüStV). Was bleibt, ist die zivilrechtliche Seite: Mehrere deutsche Gerichte haben Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer solchen Rückzahlung entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico über 3.700 € aus Wetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt am EuGH hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) eine Rückzahlungspflicht grundsätzlich für möglich gehalten. Keine dieser Entwicklungen garantiert einem einzelnen Spieler die Rückzahlung – sie zeigen nur, dass die zivilrechtliche Seite in Bewegung ist.

Wettsteuer – wer sie zahlt und was sie kostet

Die Sportwettensteuer richtet sich nach §§ 16–25 RennwLottG und beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18). Bezogen auf den Einsatz entspricht das etwa 5,03 % (5,3 geteilt durch 105,3). Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler (§ 19). Ob und wie der Anbieter die Steuer an den Spieler weitergibt, entscheidet jeder Anbieter selbst – die Bedingungen selbst sind schweigend oder sie schlagen sich in der Quote nieder. Die Steuer fällt auch bei unerlaubten Anbietern an; eine entrichtete Wettsteuer ist kein Nachweis einer gültigen Erlaubnis.

Spielerschutz: was OASIS, LUGAS und die Erlaubnis leisten

Altersgrenze und Verifizierung

Teilnehmen darf, wer volljährig ist (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Pro Anbieter ist ein Konto mit vollständiger Verifizierung erlaubt (§ 6a). Vor der Verifizierung darf ein Anbieter das Spiel für höchstens 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen ermöglichen. Wer ein Konto mit echtem Geld führen will, muss sich also ausweisen, und ein Anbieter darf in der Übergangsphase kein Geld auszahlen. Für Spieler, die nur gelegentlich setzen, klingt das nach Bürokratie; für Spieler, die mehrere Konten bei einem Anbieter führen könnten, ist es die einzige Sperre, die das System hat.

Das Einzahlungslimit über alle Anbieter

Das monatliche Einzahlungslimit beträgt nach § 6c Abs. 1 GlüStV grundsätzlich 1.000 € pro Kalendermonat, gerechnet über alle Anbieter hinweg. Die technische Grundlage ist die Limitdatei der LUGAS. Ein Anbieter darf für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit festlegen, wenn dieser seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweist – bis 10.000 € ohne weitere Voraussetzung, darüber bis 30.000 €, wenn der Anbieter die Ausnahme auf höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler begrenzt. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Herabsetzung greift sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen. Parallel-Spiel ist nach § 6h verboten, durchgesetzt über die Aktivitätsdatei der LUGAS.

Die Sperrdatei OASIS

OASIS ist die bundesweite Spielersperrdatei nach §§ 8, 8a GlüStV. Jeder Anbieter mit deutscher Erlaubnis ist verpflichtet, jeden neuen Spieler und jeden Login gegen die Sperrdatei zu prüfen. Eine Selbstaussperrung dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist benennt, sonst mindestens ein Jahr. Dazu kommt der Panikbutton nach § 6i Abs. 3: Eine einmalige Aktivierung sperrt das Konto für 24 Stunden, ohne weitere Begründung. Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, ist an kein OASIS angeschlossen – weder die eigene Sperre noch eine fremde Sperre greift dort.

Was sich aus dem Schutz ergibt

Die Kombination aus 1.000-€-Standardlimit, vollständiger Verifizierung, eigenem Zahlungskonto und OASIS-Anbindung ergibt ein System, das hohe Hürden für schnelle, hohe Einsätze setzt. Wer mit einem klaren Budget spielt, wird diese Hürden kaum bemerken. Wer hohe Summen setzen will, muss den Nachweis wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit führen und sieben Tage Wartezeit in Kauf nehmen. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis kennen diese Hürden nicht – das ist zugleich ihre Werbung und ihr Risiko. Für den Spieler, der sich selbst schützen will, ist OASIS das wirksamste Werkzeug, und genau dieses Werkzeug fehlt außerhalb des lizenzierten Marktes.

Detailangaben zu den zehn erlaubten Anbietern

Betano – Sportwetten-Erlaubnis seit 19.02.2021

Betano wird auf der GGL-Whitelist als Betkick Sportsbetting Limited geführt. Die App „Betano Sportwetten und Slots“ bietet nach App-Store-Beschreibung einen Bet Builder, Cash Out und Live-Streams unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Was die App in der Regionalliga zeigt, ist eine andere Frage als die nach Bundesliga oder Champions League – wer auf Amateurfußball setzen will, sollte vor dem Kontocheck ins Wettprogramm schauen, nicht in die Feature-Liste.

Sportwetten.de – Sportwetten-Erlaubnis seit 19.11.2020

Hinter Sportwetten.de steht die NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara, Malta. Die Marke tritt im deutschen Markt unter ihrem Namen auf und ist auf der Whitelist mit Erlaubnis seit 19.11.2020 sowie einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022 geführt. Welche Ligen das aktuelle Wettprogramm abdeckt, ist Sache des Anbieters selbst; eine pauschale Aussage zum Programmschnitt ersetzt die Sicht ins aktuelle Wettangebot nicht.

Sportingbet – Sportwetten-Erlaubnis seit 09.10.2020

Sportingbet (Deutschland) Limited ist die Inhaberin der Erlaubnis. Die Seite listet einen Konfigurator+ und Live-Wetten und führt Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker im Programm. Wie breit das Programm unterhalb der 3. Liga ist, sagt die Funktion allein nicht – wer auf Regionalliga-Spiele setzen will, sollte die konkrete Liga im Wettprogramm prüfen.

Betway – Sportwetten-Erlaubnis seit 09.03.2021

Betway Limited ist die Inhaberin. Beim Cash Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“, der Wert der Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Für Fußball gibt es einen eigenen Wettkonfigurator, der Konfigurator+ kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien. Funktionen, die in der Bundesliga funktionieren, funktionieren technisch auch in anderen Ligen – die Lizenz erlaubt sie dort nur, wo die Liga angeboten wird.

888sport – Sportwetten-Erlaubnis seit 30.06.2021

Hinter 888sport steht die 888 Germany Limited. Die Konzernmutter 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Welche Ligen 888sport aktuell im Programm hat, ist nicht Sache des Whitelist-Eintrags; der Whitelist-Eintrag belegt ausschließlich die Erlaubnis, überhaupt Sportwetten zu veranstalten.

VBet – Sportwetten-Erlaubnis seit 05.12.2023

Die SCGO Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta, ist die Veranstalterin der Sportwetten unter VBet. Die GGL-Erlaubnis für die Sportwetten-Datensatz besteht seit dem 5. Dezember 2023. VBet ist im Vergleich zu den älteren Erlaubnissen der Whitelist ein späterer Eintritt, was die Marke aber nicht inhaltlich schwächt oder stärkt – entscheidend ist, was das Wettprogramm an Lizenzkonformem führt.

MERKUR BETS – Sportwetten-Erlaubnis seit 06.11.2023

Merkur Bets Malta Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta, betreibt MERKUR BETS. Die App für Android und iOS ist kostenlos und nennt über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten; sie enthält in derselben App auch MERKUR SLOTS. Die Zahl der angebotenen Wettmöglichkeiten ist keine Aussage über die Lizenzkonformität einzelner Ligen.

AdmiralBet – Sportwetten-Erlaubnis seit 09.10.2020

Hinter AdmiralBet steht die Greentube Betting Malta Limited. Die Whitelist führt drei Erlaubnisdaten: 09.10.2020 als erste Erlaubnis, 13.12.2022 und 29.07.2024 als Folgeerlaubnisse. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht zusätzlich eine eigene Erlaubnis seit 28.09.2022 – ein anderes Produkt, andere Regeln. Welche Ligen AdmiralBet im Sportwetten-Bereich quotiert, ist eine Frage des Wettprogramms, nicht der Lizenzhistorie.

bet365 – Sportwetten-Erlaubnis seit 09.10.2020

Auf der Whitelist ist für bet365 die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, geführt. Die Erlaubnis besteht seit 09.10.2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Der britische Konzern ist einer der sichtbarsten Anbieter im deutschen Markt; das Wettprogramm folgt den Vorgaben der Erlaubnis und damit dem Ausschluss von Amateurereignissen.

bpremium – Sportwetten-Erlaubnis seit 09.10.2020

Die Ladbrokes (Deutschland) Ltd mit Sitz in Gzira, Malta, betreibt bpremium. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind in der Fassung vom 3. April 2023 hinterlegt. Die Marke gehört zum Entain-Konzern, was die Lizenzkonformität nicht belegt, aber den Hintergrund einer etablierten internationalen Buchmachergruppe zeigt.

Was bleibt und welche Wahl der Spieler hat

Wer den Weg über die deutsche Erlaubnis geht

Wer in Deutschland legal auf Fußball wetten will, hat die Auswahl aus den genannten zehn Marken und damit aus Bundesliga, 3. Liga und allen Ligen, die oberhalb der GGL-Grenze für Amateursport liegen. Das monatliche 1.000-€-Limit gilt über alle Anbieter hinweg, OASIS-Sperren werden respektiert, Auszahlungen erfolgen nach Identitätsprüfung auf das eigene Zahlungskonto. Wer auf Regionalliga-Spiele setzen will, hat in diesem System keinen Anbieter, der es anbietet – und genau das ist die Konsequenz aus der Zuordnung zum Amateurbereich.

Wer den Weg über ausländische Anbieter geht

Wer Regionalliga-Spiele quotieren will, findet Angebote bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis. Was dort quotiert wird, unterliegt den Regeln des jeweiligen Sitzlandes – in Deutschland zählen diese Angebote als unerlaubtes Glücksspiel, OASIS greift nicht, LUGAS nicht, das 1.000-€-Limit nicht. Die Steuer fällt auch dort an, beweist aber keine Erlaubnis. Im Streitfall ist der Sitz des Anbieters entscheidend, nicht die deutsche Aufsichtsbehörde. Wer diesen Weg geht, sollte sich bewusst sein, dass die zivilrechtliche Rückforderung von Verlusten in einzelnen Verfahren bereits funktioniert hat und dass die Rechtslage vor dem EuGH noch nicht abschließend geklärt ist.

Wer gar nicht wettet, sondern zuschaut

Wer die Regionalliga ohne Wette verfolgen will, hat die üblichen Wege: Vereinskanäle, lokale Berichterstattung, Vereinsheime. Wer die Liga aus der Ferne verfolgt, hat keinen deutschen Wettanbieter, der ihn auf diesem Weg begleitet – das ist kein Versäumnis der Buchmacher, sondern die Folge der Regel, dass Fußball unterhalb der 3. Liga in Deutschland als Amateursport gilt. Wer diese Regel ändern will, findet sie im Glücksspielstaatsvertrag, nicht im Wettanbieter der Wahl.

Häufig gestellte Fragen

Kann man in Deutschland auf die Regionalliga wetten?

Die deutsche Erlaubnis zur Veranstaltung von Sportwetten schließt Ereignisse aus, die überwiegend von Amateuren bestritten werden, und die Praxis der GGL ordnet Fußball unterhalb der 3. Liga dem Amateurbereich zu. Wer bei einem Anbieter auf der Whitelist spielt, findet die Regionalliga daher nicht im Programm. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis listen die Spiele teilweise, gelten aber in Deutschland als unerlaubtes Glücksspiel.

Warum zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich, und was folgt daraus für Wetten?

Die GGL hat in ihrer Aufsichtspraxis festgelegt, dass Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport gilt, auch wenn dort einige Vereine mit professionellen Strukturen antreten. Folge ist, dass lizenzierte Anbieter diese Spiele nicht quotieren dürfen, ohne ihre Erlaubnis zu gefährden. Wer dort wetten will, verlässt den lizenzierten Markt.

Was bedeutet es, wenn ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis Regionalliga-Spiele listet?

Solche Anbieter haben in Deutschland keine Erlaubnis, Sportwetten zu vermitteln, und ihre Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat hier keine Gültigkeit. Wer dort spielt, ist nicht an OASIS oder LUGAS angeschlossen, das 1.000-€-Limit greift nicht, Auszahlungen erfolgen nur nach den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Die GGL hat im September 2026 vor illegalen Angeboten gewarnt.

Woran ist erkennbar, ob ein Wettanbieter auf der GGL-Whitelist steht?

Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist die einzige amtliche Quelle. Sie wird von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder veröffentlicht und listet jede Domain, für die eine Erlaubnis besteht, mit Inhaber und Datum der Erlaubnis. Ein .de-Domain-Name allein beweist keine Erlaubnis; nur der Eintrag auf der Whitelist zählt.

Welche Folgen hat ein Angebot außerhalb von OASIS und LUGAS für Einzahlungslimit und Spielersperre?

Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Das bedeutet: keine bundesweite Spielersperre, kein übergreifendes Einzahlungslimit, keine Aktivitätsdatei, die Parallel-Spiel verhindert. Wer sich bei einem solchen Anbieter selbst sperren will, muss dies beim Anbieter selbst tun, ohne Sicherheit, dass die Sperre hält oder bei anderen Anbietern wirkt.

Wie funktionieren Quoten und Auszahlung bei höheren Ligen, und welche Rolle spielt die Sportwettensteuer?

Eine Quote in dezimaler Schreibweise gibt den Gesamtrückzahlungsbetrag pro eingesetztem Euro an: 2,10 € bedeuten 1,10 € Reingewinn. Aus den Quoten aller Ausgänge eines Marktes ergibt sich der Quotenschlüssel – die Marge ist der Anteil, der nicht an die Spieler zurückfließt. Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 % des Einsatzes, und wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler.

Inhalt erstellt vom Team «wettseitenhub.com»