Was die Wettquoten auf den DFB-Pokal tatsächlich aussagen
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Stand: 19. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (Stand 02.10.2026)

Der DFB-Pokal ist ein Wettbewerb, in dem jedes Spiel ein Endspiel ist. Aus Sicht einer Quote bedeutet das: kein Unentschieden nach Verlängerung, nur ein Sieger, und der Buchmacher hat mehr Spielraum, weil er nicht alle Bundesliga-Formkurven kennt. Genau diese Mischung macht Pokalquoten zu einem eigenen Thema, das sich mit Ligaprogrammen nicht vergleichen lässt.
Warum Pokalquoten ein eigenes Thema sind
Wer auf den DFB-Pokal wettet, tippt nicht auf eine Liga. Der Wettbewerb wird im K.-o.-System mit 64 Mannschaften ausgetragen, die erste Auflage war 1935 unter dem Namen Tschammerpokal, und seit 1985 steht das Finale im Berliner Olympiastadion fest. Diese Konstante trügt: Die Paarungen wechseln, und jede Runde birgt einen Außenseiter, der das Spiel in einer Halbzeit kippen kann. Eine Quote der Fußball-Bundesliga der Vorrunde lässt sich auf ein Pokalspiel nicht eins zu eins übertragen.

Drei Eigenheiten prägen die Wettquoten im DFB-Pokal:
- Kürzere Datenhistorie. Buchmacher haben weniger Spieldaten als zu Bundesligapartien, weil sich Mannschaften seltener begegnen. Die Modelle arbeiten mit weniger Ankerpunkten, die Quote reagiert stärker auf neue Informationen wie Aufstellungsbestätigungen.
- Mögliche Überraschung in jedem Spiel. Das Final-Tableau bildet keine Hierarchie ab. 18 Bundesligisten und 18 Zweitligisten stehen 24 Verbandspokalsiegern gegenüber, ergänzt durch die ersten vier der 3. Liga. Eine Quote spiegelt daher oft eine vorsichtige Einschätzung der Auswärtswahrscheinlichkeit wider, nicht eine klare Favoritenskala.
- Sonderbedingungen für Ergebniswetten. Nach 90 Minuten wird im Pokal verlängert und gegebenenfalls ein Elfmeterschießen ausgetragen. Welche Wette wann ausgeht, regelt das Wettprogramm des jeweiligen Anbieters. Einzelheiten dazu folgen im Abschnitt zu den Wettarten und Quotenstruktur im DFB-Pokal.
Das alles macht DFB-Pokal-Quoten nicht „schlechter“ als Bundesligaquoten, aber zu einem anderen Untersuchungsgegenstand. Wer eine Quote liest, sollte wissen, auf welchen Spielabschnitt sie sich bezieht und wie der Anbieter mit Verlängerung umgeht.
Spielführer und Spielplan: Was im Pokal zur Wahl steht
Der Teilnehmerkreis steht seit Jahren. 18 Bundesligisten und 18 Zweitligisten, die ersten vier der 3. Liga sowie 24 Mannschaften aus den unteren Ligen, in der Regel die Verbandspokalsieger, ergeben die 64 Starter. Gespielt wird im K.-o.-System bis ins Finale nach Berlin, das in der Saison 2025/26 am 23. Mai 2026 stattfand: Der FC Bayern München gewann das Endspiel mit 3:0 gegen den VfB Stuttgart und holte sich den insgesamt 21. Titel im deutschen Pokalwettbewerb, womit die Münchner Rekordmarke weiter ausgebaut wurde.
Die Struktur des Wettbewerbs ist der Grund, warum Pokalquoten auch zu Spielbeginn noch beweglich sind. Verletzungen, Sperren und das Pokalprogramm dazwischen wirken direkter als in einer Liga mit Hin- und Rückspiel. Wer auf das Pokalspiel tippt, sollte Aufstellungsbestätigungen in die Entscheidung einbeziehen, weil sie in dieser Sportart mehr Verändern als bei einem Bundesligaspiel, das in zwei Wochen erneut auf dem Programm steht.
Finale in Berlin: Seit 1985 ist das Olympiastadion der Austragungsort. Der Sieger dieses Endspiels qualifiziert sich seit der Saison 1998/99 grundsätzlich für die UEFA Europa League, mittlerweile für die UEFA Europa League der neuen UEFA-Formatierung. Das macht Außenseitersiege auch für quotenbezogene Spekulationen interessant, weil ein Sieg zugleich einen europäischen Wettbewerbsplatz bedeuten kann.
Wettarten und Quotenstruktur im DFB-Pokal
Wette auf den Sieger eines Spiels (1X2 fällt weg)
Eine Pokalwette kennt kein reguläres Unentschieden. Nach Ablauf der regulären Spielzeit zählt für die meisten Wettanbieter nur, wer nach 90 Minuten vorne liegt – nicht, wer am Ende gewinnt. Wer auf das Spiel 1X2 im klassischen Sinne setzen will, muss vor Anpfiff prüfen, ob der Anbieter eine Drei-Wege-Wette (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) für das Pokalspiel anbietet. Viele lizenzierte deutsche Buchmacher bieten für den DFB-Pokal nur eine Zwei-Wege-Wette auf das Weiterkommen an, nach 90 Minuten, mit dem Sieger der regulären Spielzeit als Referenz. Diese kleine Sprachverschiebung ist in den Quotenblättern sichtbar: Statt 1,80 – 3,40 – 4,20 stehen zwei Zahlen, etwa 1,55 – 2,45 für die jeweilige Mannschaft.
Wette auf den Turniersieger (Langzeitwette)
Eine langfristige Wette auf den Pokalsieger lässt sich schon Wochen vor dem ersten Pflichtspiel platzieren und wird bis zum Finale fortlaufend quotiert. Der FC Bayern München steht in solchen Langzeitwetten fast immer an erster Stelle, gefolgt von Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen, mit deutlich höheren Quoten für die Außenseiter. Diese Quoten verändern sich mit jeder Runde stärker als in einer Liga, weil jede Niederlage das Ausscheiden bedeutet. Wer sich für eine Langzeitwette entscheidet, sollte mit der Vorstellung beginnen, dass sich die Quote halbieren kann, wenn die Mannschaft das Halbfinale erreicht.
Wette auf Weiterkommen vs. Ergebnis
Bei manchen Anbietern heißt die Wette „Erreicht das Viertelfinale“, bei anderen „Steigt auf“. Beide bezeichnen dasselbe Ereignis, sind aber unterschiedlich abgerechnet: Bei einer Wette auf das Weiterkommen zählt der Spielausgang nach 120 Minuten plus Elfmeterschießen, während eine 1X2-Wette nach 90 Minuten abrechnet. Wer auf beide Varianten setzt, sollte die Versicherungslogik prüfen: Sie klingt verlockend, ist aber meist die teuerste Art, einen Favoriten abzusichern, weil die zweite Wette bereits eine deutlich niedrigere Quote hat.
Wie eine Quote im DFB-Pokal entsteht
Der Auszahlungsschlüssel eines Marktes – der Anteil, den der Buchmacher von eingesetzten 100 € an die Wettenden zurückgibt – berechnet sich aus den angebotenen Quoten. Für eine illustrative Begegnung mit den Quoten 2,10 – 3,40 – 3,60 ergibt sich: 1 ÷ (1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60) = 1 ÷ (0,4762 + 0,2941 + 0,2778) ≈ 1 ÷ 1,0481 = 0,9541, also rund 95,4 % Auszahlungsschlüssel und damit etwa 4,6 % Marge. Das ist als Band zu lesen, nicht als Einzelfall: Pokalspiele liegen in der Spanne häufig zwischen etwa 92 % und 96 %, abhängig von Markt, Anbieter und Zeitpunkt der Quotierung. Eine Quote enthält den Anteil, den der Anbieter behält; sie ist nicht das, was der Anbieter für „falsch“ oder „richtig“ hält.
Livewetten und Cash Out beim DFB-Pokal
Das Pokalfinale ist das meistgesehene deutsche Pokalspiel, und das Livewetten-Angebot ist in dieser Partie am breitesten. Lizenzierte deutsche Anbieter dürfen während eines laufenden Spiels jedoch nur Wetten auf das Endergebnis und auf das nächste Tor anbieten. Das nächste Tor im Fußball gehört zu den seltenen Ereignissen, die das Glücksspielrecht ausdrücklich erlaubt – anders als etwa der nächste Punkt im Tennis oder der nächste Korb im Basketball, die im Livebereich nicht angeboten werden dürfen.
Cash Out ist eine freiwillige Funktion des Anbieters, kein gesetzlicher Anspruch. Wer sie nutzt, verkauft den Wettschein zurück und nimmt einen vom Anbieter berechneten Betrag. In der Regel sinkt dieser Betrag, je näher das Ende rückt und je sicherer die Position aussieht, weil der Anbieter sein eigenes Risiko abdeckt. Wer vor einem Pokalspiel auf Cash Out spekuliert, sollte prüfen, ob sein Anbieter diese Funktion für den DFB-Pokal überhaupt anbietet, ob sie für Einzel- und Kombiwetten gleichermaßen gilt und ob sie auf das Endergebnis beschränkt ist.
Im Livebereich gilt zusätzlich: Geld gibt es erst nach dem offiziellen Spielende. Das bedeutet, dass selbst ein lange sicher geglaubter Vorsprung erst am Ende ausgezahlt wird und Cash Out für viele Wettende der schnellere Weg zum Ergebnis ist. Diese Logik erklärt auch, warum Livewetten auf das Pokalfinale selbst bei klaren Favoritenpositionen wenig mit dem Verlauf eines Bundesligaspiels gemeinsam haben – die Spannung konzentriert sich auf wenige Minuten Spielzeit, der Markt bleibt eng.
Eine letzte Regel, die im Livebereich wichtig ist: Wetten auf das nächste Tor werden in der Regel nur angeboten, solange das Tor wirklich „nächstes“ Ereignis sein kann. Mit fortschreitender Spielzeit verschwinden diese Märkte, ohne dass einzelne Anbieter das vorab ankündigen. Wer im Finale live auf das nächste Tor wetten will, hat für gewöhnlich nur bis zur 88. Minute diese Möglichkeit – die meisten Anbieter ziehen die Linie bereits früher.
Tipps und Einordnung für Pokalwetten
Wer auf den DFB-Pokal tippt, arbeitet mit denselben Bausteinen wie bei jeder Fußballwette: Form der Mannschaft, Aufstellung, Heimvorteil, Verletzungslage, Sperren. Im Pokal gewinnt das eine zusätzliche Gewichtung: Heimvorteil ist im DFB-Pokal oft stärker als in der Liga, weil die Auswärtsmannschaft aus den unteren Ligen mit dem Druck des großen Stadions konfrontiert wird. Eine Heimmannschaft aus der 2. Bundesliga gegen einen Erstligisten ist daher nicht zwingend Außenseiter, wie es die Quote nahezulegen scheint.
Wer eine Empfehlung sucht, sollte verstehen, dass jede Vorhersage im Pokal eine Momentaufnahme ist. Trainerwechsel in der Winterpause, Verletzungen vor dem Viertelfinale, ein Pokalschreck aus der Regionalliga – das sind Variablen, die eine Quote am Tag des Spiels neu justieren. Wettende, die ihre eigene Quote berechnen, gleichen daher Aktuelles mit den letzten drei Auftritten ab, nicht mit dem Saisonmittel.
Eine verlässliche Eigenleistung ist die Prüfung der Quote selbst: Wenn die implizierte Wahrscheinlichkeit (1/Quote) über das realistische Szenario hinausschießt, ist die Wette zu teuer. Wer für eine Mannschaft, die in einer Drei-Spiele-Serie zweimal auswärts gewonnen hat, eine Quote von 1,30 sieht, sollte skeptisch werden – das ist der Preis, den der Markt für eine sehr wahrscheinliche Sache verlangt, und die Frage ist, ob der Preis zur Risikobereitschaft passt.
Was nicht hilft: Vorhersagen aus sozialen Medien, die mit hoher Trefferquote werben. Niemand kann das Ausscheiden einer Mannschaft sicher vorhersagen, und kein System gleicht die Marge des Buchmachers aus. Wer Tippdienste nutzt, zahlt am Ende den Preis, den der Markt verlangt, plus die Marge des Tippgebers.
Verantwortlicher Umgang
Wer regelmäßig auf Fußball tippt, sollte sein eigenes Setzverhalten beobachten. Das gilt für Pokalwetten stärker als für andere Märkte, weil die Spiele seltener, dafür emotional aufgeladener sind. Das Glücksspielrecht sieht in Deutschland mehrere Schutzinstrumente vor, die im Abschnitt zur Rechtslage ausführlich erläutert werden; wer zu Verlusten neigt, sollte das Einzahlungslimit konsequent nutzen und im Zweifel die Sperre über OASIS aktivieren.
Anbieter im DFB-Pokal-Vergleich (Top 10)
Die folgende Liste führt zehn Anbieter auf, die auf der Whitelist der GGL mit einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis geführt werden. Die Reihenfolge folgt der Nennung in der Whitelist, ohne Wertung. Die Tabelle konzentriert sich auf zwei Fragen, die für Pokalwetten zentral sind: Steht der Anbieter auf der Whitelist, und seit wann gilt die Erlaubnis für die angegebene Domain?
| Anbieter | GGL-Whitelist-Status | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| DAZN Bet | Whitelist-Eintrag für DAZN Bet | 22.08.2023 |
| Betano | Whitelist-Eintrag für Betano | 19.02.2021 |
| AdmiralBet | Whitelist-Eintrag für AdmiralBet | 09.10.2020 |
| Wettarena | Whitelist-Eintrag für Wettarena | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | Whitelist-Eintrag für Sportwetten.de | 19.11.2020 |
| ODDSET | Whitelist-Eintrag für ODDSET | 18.11.2020 |
| bet-at-home | Whitelist-Eintrag für bet-at-home | 02.11.2020 |
| Sportingbet | Whitelist-Eintrag für Sportingbet | 09.10.2020 |
| Interwetten | Whitelist-Eintrag für Interwetten | 02.11.2020 |
| Bet3000 | Whitelist-Eintrag für Bet3000 | 22.04.2026 |
Die Erlaubnis für Bet3000 datiert auf den 22.04.2026 und ist damit die jüngste Genehmigung im Vergleich; die übrigen Anbieter wurden zwischen Oktober 2020 und August 2023 erstmalig zugelassen. Folgeerlaubnisse verlängern die Genehmigung um jeweils fünf Jahre ab dem Erstdatum; die Whitelist führt ausschließlich das Erstdatum und folgt der amtlichen Veröffentlichung. Eine Garantie für eine bestimmte Mindestlaufzeit lässt sich aus der Whitelist nicht ableiten.
DAZN Bet
DAZN Bet tritt mit der Marke DAZN Bet auf und ist nach dem Erstdatum 22.08.2023 auf der Whitelist geführt. Die Marke DAZN ist im Sportumfeld vor allem für ihre Streaming-Rechte bekannt, was für Wettende interessant ist, die Übertragung und Wette auf einer Plattform bündeln wollen. Der Sportwettenbereich ist dabei klar von der Streaming-Marke getrennt: Lizenz und Veranstalterrolle liegen bei der DZBT Operations Limited mit Sitz in Malta, nicht bei der DAZN-Gruppe. Für Pokalwetten bedeutet das: DAZN Bet liefert das gewohnte Fußballprogramm, ob der Anbieter Cash Out, Bet Builder oder Livestreams für DFB-Pokal-Partien anbietet, hängt vom tagesaktuellen Wettangebot ab.
Die relativ junge Lizenz schmälert die Angebotstiefe nicht, da die Marke schon vorher in anderen Märkten aktiv war. Wettende, die auf eine breite Auswahl an Märkten pro Spiel setzen, sollten vor einem Pokalspiel prüfen, wie viele Märkte das aktuelle Angebot umfasst.
Betano
Betano ist seit dem 19.02.2021 auf der Whitelist, mit einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Die Marke Betano ist im deutschen Markt mit einem vollständigen Sportwettenangebot präsent, das laut App-Beschreibung auch einen Bet Builder, Cash Out und Live-Streams enthält – wobei die Verfügbarkeit dieser Funktionen für den DFB-Pokal tagesabhängig ist. Die genannten Live-Streams aus LaLiga, FA Cup und Grand-Slam-Turnieren betreffen nicht zwingend den deutschen Pokal.
Betano eignet sich für Wettende, die auf eine kombinierte Nutzung von Wettschein und Liveübertragung im Kundenkonto Wert legen. Die zweite Erlaubnis aus 2022 zeigt, dass der Anbieter das erste fünfjährige Intervall regulär durchlaufen hat.
AdmiralBet
AdmiralBet wird seit dem 09.10.2020 auf der Whitelist geführt, mit Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Die Marke ist Teil der Novomatic-Gruppe und teilt sich die Lizenz für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de, die seit 28.09.2022 eigens aufgeführt wird. Für Wettende heißt das: Die hier relevanten Lizenzen für Sportwetten und virtuelle Automatenspiele sind getrennte Erlaubnisse, die sich beide auf der Whitelist wiederfinden. Ob das Casino-Angebot neben dem Wettprogramm zur Verfügung steht, ergibt sich aus der jeweiligen Domain.
Für Pokalwetten zählt vor allem, dass AdmiralBet das deutsche Sportwettenprogramm vollständig abdeckt und mit der ersten Lizenz aus dem Oktober 2020 zu den Pionieren der Whitelist-Einträge gehört.
Wettarena
Wettarena steht seit dem 09.10.2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022 auf der Whitelist. Die Marke wird laut ihrer AGB von der I.B.C. Sportsbetting Limited betrieben, die in Malta sitzt. Auffällig ist, dass Wettarena und Bet3000 dieselbe Veranstalterin haben – wer das wissen will, prüft die Betreiberangaben auf der jeweiligen Domain. Für Wettende ist das relevant, wenn Angebote oder Bonusaktionen verglichen werden: Die Geschäftsbedingungen können sich ähneln, sind aber nicht identisch.
Der sportliche Schwerpunkt liegt im klassischen Fußball- und Tennisprogramm, was den DFB-Pokal einschließt. Ob die Plattform Cash Out oder Live-Streams für Pokalpartien bereithält, ergibt sich aus dem tagesaktuellen Wettangebot.
Sportwetten.de
Sportwetten.de ist seit dem 19.11.2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022 auf der Whitelist. Die Betreiberin ist die NetX Betting Limited mit Sitz in Malta. Der Markenname signalisiert bereits, dass der Anbieter sich klar auf den deutschen Sportwettenmarkt ausrichtet, ohne Casino- oder Poker-Bereiche in den Vordergrund zu stellen. Das macht die Navigation für Wettende, die gezielt auf Fußballturniere wie den DFB-Pokal setzen, vergleichsweise einfach.
Die mittlere Erstlizenz aus dem November 2020 reiht den Anbieter unter die frühen Whitelist-Einträge ein. Wer auf eine etablierte, deutsche Marke mit klarer Fußballausrichtung Wert legt, findet hier einen passenden Anlaufpunkt.
ODDSET
ODDSET ist seit dem 18.11.2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022 auf der Whitelist. ODDSET ist die traditionsreiche Marke des deutschen Lotto- und Totoblocks, deren Sportwetten-GmbH vom Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15.12.2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb erhielt. Aufsichtsbehörde ist die GGL in Halle an der Saale.
Diese Bindung an den öffentlich-rechtlichen Hintergrund gibt ODDSET ein eigenes Profil: Die Marke richtet sich an Wettende, die einen Anbieter mit Lotto-Verbindung und förmlicher Aufsichtsstruktur suchen. Für Pokalwetten heißt das, dass das Programm die wichtigsten Märkte abdeckt, ohne dass eine besonders breite Auswahl an Spezialwetten erwartet werden darf.
bet-at-home
Bet-at-home.de ist seit dem 02.11.2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022 auf der Whitelist. Die Marke gehört zu den etablierten europäischen Sportwettenanbietern und ist seit der Einführung der neuen Whitelist kontinuierlich mit einer deutschen Lizenz geführt. Für virtuelle Automatenspiele besteht eine separate Erlaubnis seit dem 28.12.2022.
Die Marke spricht Wettende an, die einen Anbieter mit klarer Fußball- und Sportausrichtung suchen. Für Pokalwetten bedeutet das: Das Standardprogramm ist verfügbar, Spezialmärkte sind vorhanden, aber nicht zwingend in der Breite einiger Wettbewerber.
Sportingbet
Sportingbet ist seit dem 09.10.2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 21.12.2022 auf der Whitelist. Die Marke ist im deutschen Markt vor allem für Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker bekannt. Für Pokalwetten bedeutet das: Das Fußballprogramm ist breit aufgestellt, mit einem „Konfigurator+“, mit dem eigene Kombinationen gebaut werden können.
Die Erstlizenz aus dem Oktober 2020 stellt Sportingbet zusammen mit AdmiralBet und Wettarena unter die ersten Whitelist-Einträge überhaupt. Die Folgeerlaubnis aus 2022 verlängert die Lizenz nahtlos.
Interwetten
Interwetten ist seit dem 02.11.2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022 auf der Whitelist. Die Marke Interwetten gehört zu den Pionieren des europäischen Sportwettenmarkts und richtet sich an Wettende, die auf einen Anbieter mit langer Historie Wert legen. Die deutsche Lizenz reiht sich in das System der EU-Malta-Lizenz ein, das schon vor der GlüStV-Novelle 2021 aktiv war.
Für Pokalwetten gilt: Interwetten bietet das übliche Fußballprogramm, einschließlich Einzelwetten und Kombinationen. Ob die Marke Cash Out für DFB-Pokal-Partien anbietet, ist tagesabhängig.
Bet3000
Bet3000 ist seit dem 22.04.2026 auf der Whitelist. Damit ist Bet3000 der jüngste Eintrag in dieser Liste, was für eine entsprechende Erlaubnisstruktur spricht. Die Veranstalterin ist dieselbe I.B.C. Sportsbetting Limited, die auch Wettarena betreibt. Für Wettende, die mit der Marke vertraut sind, bedeutet das eine vertraute Bedienlogik.
Die junge Lizenz hat zur Folge, dass bisher nur eine Erlaubnis vorliegt. Folgeerlaubnisse werden erst in den kommenden Jahren erwartet und sollten vor einer langfristigen Wettstrategie beachtet werden.
Was die Rechtslage für Pokalwetten bedeutet
Welche Anbieter dürfen in Deutschland Pokalwetten anbieten
Eine Wette auf ein DFB-Pokalspiel in Deutschland darf nur von einem Anbieter angenommen werden, der auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis geführt wird. Die GGL in Halle an der Saale ist die Aufsichtsbehörde für Sportwetten im Internet, erteilt die Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV) 2021 und überwacht die Einhaltung der Regeln. Eine Konzession aus Malta, Curaçao oder Anjouan ersetzt diese deutsche Erlaubnis nicht; die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten.

Der aktuelle Stand der Whitelist vom 02.10.2026 weist 30 Einträge auf, darunter 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten-Erlaubnis) und 3 reine Pferdewetten-Anbieter. Alle gelisteten Domains tragen die Endung .de, aber eine .de-Domain allein ist kein Lizenznachweis. Wer auf der Whitelist steht, hat die Erlaubnis inne; wer nicht auf der Whitelist steht, hat sie nicht.
Welche Wetten überhaupt erlaubt sind
Der GlüStV 2021 definiert in § 21, welche Wetten auf Sportereignisse zulässig sind. Es geht um feste Quoten auf das Ergebnis eines Ereignisses, auf einen Abschnitt des Ereignisses oder auf ein Vorkommnis innerhalb des Ereignisses – als Einzel- oder Kombinationswette (§ 21 Abs. 1). Zugelassen sind ausschließlich Wetten, die das von der GGL genehmigte Wettprogramm abdeckt (§ 21 Abs. 5).
Livewetten sind während eines laufenden Spiels eingeschränkt (§ 21 Abs. 4): erlaubt ist die Wette auf das Endergebnis sowie auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder ein ähnlich seltenes Ereignis. Das nächste Tor im Fußball fällt darunter; der nächste Punkt im Tennis oder der nächste Korb im Basketball fallen nicht darunter und dürfen nicht angeboten werden. Diese Einschränkung gilt nur für Livewetten; für Pre-Match-Wetten ist das Angebot breiter.
Verboten sind Wetten auf Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren (in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport), manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). E-Sports-Wetten sind nach GGL-Auffassung nicht möglich; E-Sports ist nicht als Sport anerkannt, in Deutschland existiert keine lizenzierte E-Sports-Wette. Zu virtuellen Sportwetten schweigt die bisherige Regulierung; deshalb sollte zu ihrer Legalität nichts Bestimmtes gesagt werden.
Wer setzen darf
Teilnehmen darf, wer volljährig ist (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Pro Anbieter ist ein Konto mit vollständiger Verifizierung erforderlich (§ 6a). Vor der Verifizierung darf ein Anbieter das Spielen für maximal 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € ohne Auszahlungen erlauben – eine Übergangsregel, die vor allem neue Konten betrifft, aber für Pokalspiele relevant werden kann, wenn ein Konto erst kurz vor dem Viertelfinale angelegt wird.
Das einheitliche Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 beträgt 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg. Die technische Durchsetzung läuft über die Limitdatei von LUGAS. Eine Anhebung ist auf Antrag möglich, erfordert aber eine nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit – eine Selbsterklärung reicht nicht. Ein höherer Monatsrahmen bis 10.000 € oder bis 30.000 € ist nur für einen kleinen Anteil aktiver Spielender möglich. Die Senkung greift sofort, die Anhebung erst nach einer Sperrfrist von sieben Tagen.
Paralleles Spielen ist nach § 6h GlüStV über die Aktivitätsdatei von LUGAS ausgeschlossen; ein zweites Konto bei einem anderen Anbieter ist nicht erlaubt. OASIS (§§ 8, 8a) ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und Login abgefragt wird. Die Selbstsperre dauert mindestens drei Monate bei freiwilliger Fristangabe, sonst mindestens ein Jahr. Die Panikfunktion nach § 6i Abs. 3 GlüStV löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus.
Zahlungen und Auszahlung
Zahlungen erfolgen ausschließlich über ein Zahlungskonto, das auf den Namen der spielenden Person lautet und bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut geführt wird (§ 6b Abs. 4). Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zulässig – das schließt Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Produkte aus dem lizenzierten Markt aus. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, regelt der Anbieter selbst und ist seinen eigenen Bedingungen zu entnehmen.
Spielervermögen wird auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto verwahrt. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6–7).
Die Sportwettensteuer
Die deutsche Sportwettensteuer ist in §§ 16–25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes (RennwLottG) geregelt. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18) – das entspricht etwa 5,03 % des eingesetzten Betrags (5,3 / 105,3). Schuldner ist der Veranstalter, nicht die Wettenden (§ 19). Ob und wie der Anbieter die Steuer an die Wettenden weitergibt, ist eine eigene Entscheidung des Anbieters; sie sollte nur dort genannt werden, wo der Anbieter sie in seinen Bedingungen offenlegt.
Wichtig für die Quote: Die Steuer ist Teil der Kosten, die ein Anbieter einkalkuliert. Eine 1,90er-Quote bei einem Anbieter, der die Steuer selbst trägt, ist effektiv weniger wert als eine 1,95er-Quote bei einem Anbieter, der sie auf den Einsatz aufschlägt. Wer Quoten vergleicht, muss diese Logik mitdenken.
Werbung und Bonusbedingungen
Werbung für erlaubtes Glücksspiel darf nur von Erlaubnisinhabern betrieben werden (§ 5 Abs. 7 GlüStV). Für Sportwetten gilt: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Liveübertragung eines Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen oder Funktionären, keine affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6). Das Werbeverbot zwischen 06:00 und 21:00 Uhr (§ 5 Abs. 3 Satz 1) betrifft nicht Sportwetten, sondern Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele.
Der GlüStV 2021 enthält keine Klausel, die Bonus oder Umsatzbedingungen für Sportwetten deckelt oder vorgibt – Beträge, Umsatzfaktor und Mindestquoten kommen ausschließlich aus den AGB des jeweiligen Anbieters. Wer einen Bonus annimmt, sollte die Bedingungen lesen, bevor er ihn freispielen will.
Was „offshore“ konkret bedeutet
Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis bietet in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Strafrechtlich stehen das Veranstalten (§ 284 StGB, bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe) und das Bewerben (§ 284 StGB, bis zu einem Jahr) unter Strafe; die Teilnahme (§ 285 StGB, bis zu sechs Monate) ist ebenfalls strafbar, in der Praxis wird aber gegen einzelne Wettende nicht ermittelt. Zivilrechtlich hat der Bundesgerichtshof dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob Dienstleistungsfreiheit der Rückforderung verlorener Einsätze entgegensteht (Az. I ZR 90/23, 25.07.2024); der Generalanwalt hielt es am 19.03.2026 grundsätzlich für möglich, Rückzahlungen anzuordnen. Daraus folgt kein pauschaler Erstattungsanspruch, aber ein Risiko, das jeder kennen sollte, der mit einem nicht auf der Whitelist stehenden Anbieter wettet.
Offshore fehlt der Anschluss an OASIS und LUGAS, also kein Sperrsystem und kein Einzahlungslimit; gleichzeitig entfällt der deutsche Verbraucherschutz, und die deutsche Aufsichtsbehörde kann nicht eingreifen. Höhere Limits sind möglich, aber die Marge ist es auch.
Was die Gerichte klären
Der BGH hat die Frage, ob und unter welchen Bedingungen unlizenzierte Anbieter verlorene Einsätze zurückzahlen müssen, dem EuGH vorgelegt. Der Generalanwalt hat in seinen Schlussanträgen eine grundsätzliche Rückzahlungspflicht für möglich gehalten; eine Ausnahme gilt, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Eine endgültige Entscheidung des EuGH steht aus.
Sportwettensteuer und DFB-Pokal-Quoten
Die Sportwettensteuer ist eine Konstante im deutschen Markt, die Wettende nicht direkt zahlen, deren Mechanik aber jede Quote berührt. Wer das versteht, sieht Quoten mit anderen Augen.
Wie die Steuer in die Quote einfließt
Ein Anbieter, der die Steuer selbst trägt, kalkuliert sie in die Marge ein. Die Quote, die er anbietet, ist um die Steuer herum gebaut; sie erscheint nicht als gesonderter Abzug auf dem Wettschein. Ein Anbieter, der die Steuer auf den Einsatz aufschlägt, zieht sie direkt ab; die Quote bleibt höher, aber der Einsatz, mit dem die Quote multipliziert wird, ist niedriger. Beide Wege führen zu einem ähnlichen Nettopreis, aber zu einem unterschiedlichen Rechenweg für den Wettenden.
Der Wettschein macht den Unterschied sichtbar: Bei Anbietern mit Aufschlagmodell steht der Einsatz als Nettobetrag, die ausgeschriebene Quote und der Bruttoeinsatz sind zu unterscheiden. Wer den Vergleich führt, sollte beide Werte notieren und den effektiven Ertrag aus Bruttoeinsatz mal Nettoquote plus Bruttoeinsatz berechnen.
Welche Quoten die Steuer „frisst“
Bei einer angenommenen fairen Quote von 2,00 ohne Steuer und einer Marge von 5 % ergibt sich eine grobe Orientierung: 1 / (1/2,00 + 0,05) ≈ 1,90 als Quote nach Steuereffekt. Diese Zahl ist eine Illustration, kein Einzelfall; reale Quoten schwanken je nach Anbieter und Markt. Wer selbst rechnet, sieht, dass die effektive Auszahlung um wenige Prozentpunkte sinkt und sich der Auszahlungsschlüssel entsprechend verschlechtert.
Im DFB-Pokal, wo Außenseiterquoten häufig im Bereich 4,00 bis 8,00 liegen, fällt der Steuereffekt absolut höher aus, prozentual aber ähnlich. Eine Senkung der Auszahlung um fünf Prozentpunkte bedeutet bei einer 5,00-Quote einen niedrigeren Ertrag von rund 0,25 Einheiten pro eingesetztem Euro – eine Größe, die bei Kombiwetten mit mehreren Außenseitern kumuliert.
Worauf Wettende achten sollten
Wer Quoten vergleicht, sollte für den DFB-Pokal den Anbieter mit der höheren Brutto-Quote und dem niedrigeren Aufschlagmodell prüfen. Die Preisstaffel der Anbieter unterscheidet sich nicht nur durch die Marge, sondern auch durch den Umgang mit der Steuer. Ein Anbieter, der die Steuer selbst trägt, mag auf den ersten Blick teurer wirken, kann aber durch eine konstant höhere Quote den besseren Nettopreis bieten. Die Logik ist am Ende einfach: vergleichen, was nach der Steuer tatsächlich ankommt.
Quoten und Wahrscheinlichkeiten: Was Pokalquoten über Spiele verraten
Implizierte Wahrscheinlichkeit
Eine Quote von 2,50 liest sich als implizierte Wahrscheinlichkeit von 40 %: 1/2,50 = 0,40. Das ist die Wahrscheinlichkeit, die der Anbieter dem Eintreten der Wette beimisst – eingerechnet seine Marge. Eine echte Wahrscheinlichkeit von 50 % bei einer Quote von 2,00 ergäbe einen „positiven Erwartungswert“, vorausgesetzt die Marge ist null. Da die Marge real ist, ist die Frage, ob die eigene Einschätzung die implizierte Wahrscheinlichkeit übersteigt.
Im DFB-Pokal ist die Marge tendenziell höher als in der Bundesliga, weil die Datenbasis dünner ist und das Risiko für den Anbieter größer. Eine Quote, die für ein Bundesliga-Spiel fair wäre, ist für ein Pokalspiel derselben Mannschaft daher oft nicht eins zu eins übertragbar. Wer mit Modellen arbeitet, sollte die Marge explizit abziehen.
Verzerrungen durch K.-o.-Logik
Im K.-o.-Wettbewerb ist eine Niederlage gleichbedeutend mit dem Ausscheiden. Das ändert die Dynamik auf dem Platz: Mannschaften spielen konservativer, wenn sie einen knappen Vorsprung haben, und riskieren mehr, wenn sie zurückliegen. Die Quote reagiert darauf, aber erst mit Verzögerung – der Markt verarbeitet sichtbare Aktionen schneller als taktische Veränderungen.
Eine Halbzeitführung von 1:0 im Pokal ist daher nicht so sicher, wie es die Livequote vermuten lässt; der Tabellenvierte der 2. Liga kann das Ergebnis gegen den Spitzenreiter der Bundesliga über die Zeit retten, selbst wenn der Spitzenreiter das Spiel dominiert. Wettende, die auf das nächste Tor setzen, kaufen eine kleine Chance zu einem Preis, der die Wahrscheinlichkeit der Führungsverteidigung einpreist.
Was eine Außenseiterquote bedeutet
Eine Quote von 9,00 auf einen Regionalligisten gegen einen Bundesligisten heißt nicht, dass der Regionalligist in neun von zehn Fällen verliert. Sie heißt, dass der Anbieter ihm rund 11 % Siegchance gibt – so viel, wie es die implizierte Quote hergibt. In einem konkreten Pokalspiel, in dem die Ausgangslage günstig ist (Heimspiel, gut aufgelegter Torwart, taktisch disziplinierte Mannschaft), kann die tatsächliche Siegwahrscheinlichkeit über 11 % liegen. Wer diesen Wert sieht, hat eine echte Wette vor sich.
Hier liegt auch das Frustpotenzial des DFB-Pokals: Wenn die Außenseiterquote tatsächlich einmal eintritt, gewinnt sie hoch; wenn nicht, geht sie verloren. Die Mischung aus hoher Varianz und breitem Quotenfeld macht das Tippen auf den DFB-Pokal zu einer Frage des eigenen Risikoprofils.
Wann eine Quote „falsch“ ist
Eine Quote ist nie „falsch“ im Sinn einer Lüge. Sie ist eine Markteinschätzung mit einer eingebauten Marge und einem gewissen Bias zur Vorsicht. Wenn die eigene Einschätzung von der Markteinschätzung abweicht und die Differenz die Marge übersteigt, ist die Wette wert, platziert zu werden. Wenn nicht, ist die Wette zu teuer. Diese Logik ist dieselbe wie in jedem anderen Sportwettenmarkt.
Im DFB-Pokal kommt hinzu, dass die Quote nach Anpfiff stärker schwankt als in der Bundesliga. Wer die Quote vor dem Spiel „einpreist“, sollte sich klarmachen, dass ein Tor in der 20. Minute die Livequote neu kalibriert – und damit die Frage, ob die ursprüngliche Wette noch zur eigenen Einschätzung passt, neu zu beantworten ist.
Verantwortungsvolles Wetten rund um den DFB-Pokal
Warum Pokalabende besonders sind
Das Pokalfinale ist ein Sportereignis, das Menschen in Scharen vor den Fernseher lockt. Diese Aufmerksamkeit bringt eine eigene Anziehungskraft für Gelegenheitswetten mit sich – wer das ganze Jahr über nicht wettet, tippt im Mai auf das Finale. Genau hier lauert die Gefahr, mit einem impulsiven Tipp ein Konto zu eröffnen, das später nicht mehr genutzt wird oder das in eine schlechte Routine übergeht.
Die Glücksspielaufsicht kennt diese Dynamik und setzt die Schutzinstrumente genau dort an: bei der Registrierung, beim Login und beim Einzahlungslimit. Wer ein neues Konto für das Finale anlegt, sollte die Konsequenzen mitbedenken: Die Verifizierung kann 72 Stunden dauern, der Wettende ist ohne Verifizierung auf 100 € Einzahlung limitiert, Auszahlungen sind in dieser Phase nicht möglich. Eine Spontanwette verlangt Disziplin, nicht nur Quote.
Schutzinstrumente nutzen
Die Schutzinstrumente des GlüStV 2021 sind im zentralen Abschnitt bereits dargestellt. Wer sie nutzt, gewinnt sie als Werkzeuge zurück:
- Einzahlungslimit (LUGAS): 1.000 € pro Monat, auf Antrag erhöhbar mit wirtschaftlichem Nachweis, nach sieben Tagen Sperrfrist. Senkungen greifen sofort.
- Sperrsystem OASIS: bundesweite Sperre, mindestens drei Monate bei Selbstsperre mit Frist, sonst mindestens ein Jahr. Anbieter müssen bei Registrierung und Login abfragen.
- Panikfunktion: sofortige 24-Stunden-Sperre auf Initiative der spielenden Person, ohne Angabe von Gründen.
- Aktivitätsdatei (LUGAS): verbietet paralleles Spielen; ein zweites Konto bei einem anderen Anbieter ist nicht zulässig.
Wer in schwierigen Momenten merkt, dass die Kontrolle schwindet, sollte die Panikfunktion nutzen. Sie ist für genau diese Situationen da. Wer eine bewusste Pause einlegen will, sollte OASIS aktivieren – mindestens drei Monate, mit der Option auf Verlängerung.
Wo Hilfe zu finden ist
Hilfe bei Spielsucht bieten die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Beratungstelefon der jeweiligen Landesstellen. Die Anbieter selbst verlinken auf Hilfsangebote; Spielerinnen und Spieler können sich zudem an die GGL wenden, wenn sie Verstöße gegen Spielerschutzregeln vermuten.
Eine kostenfreie erste Anlaufstelle ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit ihrer Telefonberatung zur Glücksspielsucht. Daneben gibt es regionale Suchtberatungsstellen, die persönliche Gespräche anbieten. Die genannten Anlaufstellen sind anonym, kostenfrei und stehen allen offen, die Fragen zum eigenen Spielverhalten haben.
Steuerliche Hinweise
Die Wettsteuer ist – wie beschrieben – Sache des Anbieters. Gewinne aus Sportwetten sind für Privatpersonen in Deutschland nicht abschließend gesetzlich geregelt; die steuerliche Behandlung hängt von der individuellen Situation ab. Wer größere Beträge bewegt, sollte mit einem Steuerberater sprechen und sich nicht auf Anekdoten aus Foren verlassen.
Mathematik der Wettquoten: Ein Rechenbeispiel
Auszahlungsschlüssel einer Pokalpartie
Eine illustrative Drei-Wege-Wette auf ein Pokalspiel hat die Quoten 2,10 für den Heimsieg, 3,40 für das Unentschieden und 3,60 für den Auswärtssieg. Das ist eine Annahme, kein konkretes Angebot; sie dient nur der Rechnung.
Die Summe der reziproken Quoten ergibt: 1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60 = 0,4762 + 0,2941 + 0,2778 = 1,0481. Der Auszahlungsschlüssel ist 1 / 1,0481 ≈ 0,9541 oder 95,41 %. Die Marge des Buchmachers beträgt 100 % − 95,41 % = 4,59 %.
Auf eine Wette von 10 € mit der Quote 2,10 ergibt sich bei einem Heimsieg eine Auszahlung von 21 €, der Nettogewinn liegt bei 11 €. Bei einem 1000-fachen Umsatz auf demselben Markt zahlt der Anbieter rund 9.541 € zurück und behält rund 459 € Marge ein. Diese Bandbreite gilt für die meisten Drei-Wege-Pokalmärkte, mit Schwankungen je nach Anbieter und Spiel.
Was eine „faire“ Quote wäre
Ohne Marge würde die Quote 1/0,5 = 2,00 für jedes gleich wahrscheinliche Ergebnis betragen. Mit der oben berechneten Marge von 4,59 % wird die Quote eines 50/50-Marktes auf rund 1/0,5 × (1 − 0,0459) ≈ 1,91 reduziert. Wettende, die der Meinung sind, die Mannschaft gewinne in 50 % der Fälle, sollten daher keine Quote unter 1,91 akzeptieren, wenn die eigene Einschätzung zutrifft.
Eine Quote über 1,91 wäre ein positiver Erwartungswert. Das gilt für jedes Szenario: Setzt die eigene Wahrscheinlichkeit p höher als die implizierte Wahrscheinlichkeit 1/Quote, ist die Wette statistisch gewinnbringend. Das ist keine Garantie für den Einzelfall, sondern eine Aussage über viele Wiederholungen.
Häufige Fragen zum DFB-Pokal
Wie wird ein Pokalspiel gewertet, wenn es in die Verlängerung geht?
Die meisten Anbieter werten die reguläre Spielzeit als Bezugspunkt, nicht das tatsächliche Ende. Entscheidend ist, wer nach 90 Minuten vorne liegt. Steht es unentschieden, wird das Unentschieden gewertet, nicht der spätere Sieger. Das gilt für die meisten Ergebniswetten; bei Wetten auf „Weiterkommen“ zählt dagegen das tatsächliche Ergebnis nach Verlängerung und Elfmeterschießen. Wer auf eine Wette setzt, sollte vorab prüfen, ob sie „nach 90 Minuten“, „nach Verlängerung“ oder „inklusive Elfmeterschießen“ abgerechnet wird – die Bedingung steht in den AGB des Anbieters.
Wo kann in Deutschland live auf das Pokalfinale gewettet werden?
Nur Anbieter mit deutscher Erlaubnis auf der GGL-Whitelist dürfen Wetten annehmen, also auch Livewetten. Während eines laufenden Spiels sind in Deutschland nur Wetten auf das Endergebnis und auf das nächste Tor erlaubt; andere Live-Märkte sind nicht zulässig. Liveübertragungen einzelner Spiele im eigenen Kundenkonto sind freiwillige Funktionen der jeweiligen Anbieter und keine Pflicht. Die GGL führt die tagesaktuell zugelassenen Anbieter; wer unsicher ist, prüft die Domain in der Whitelist, bevor er einzahlt.
Worin unterscheiden sich Sieger-Quoten von Quoten auf einzelne Spiele?
Eine Sieger-Quote bezieht sich auf das ganze Turnier, eine Spiel-Quote auf ein einzelnes Match. Sieger-Quoten sind anfangs hoch und sinken mit jeder Runde; Spiel-Quoten sind kürzerfristig und reagieren stärker auf tagesaktuelle Informationen. Beide Quoten werden mit unterschiedlichen Methoden berechnet, weil die Datenbasis eine andere ist: Eine Sieger-Quote kalkuliert die Schwierigkeit jedes möglichen Pfads bis ins Finale; eine Spiel-Quote kalkuliert das Ergebnis eines einzelnen Spiels unter den Bedingungen dieses Spiels. Wer beide vergleicht, sollte den Zeithorizont und die Pfadlänge mitdenken.
Was sagt das Finale 2026 über Favoritenquoten?
Das Finale der Saison 2025/26 gewann der FC Bayern München mit 3:0 gegen den VfB Stuttgart. Das Ergebnis bestätigt die Favoritenstellung der Münchner, die in jeder Langzeitwette an erster Stelle standen; der 3:0-Endstand lag allerdings im oberen Bereich der prognostizierten Ergebnisverteilungen. Wer auf Bayern gesetzt hatte, nahm die Quote mit, die im Mai noch verfügbar war – niedrig, aber positiv. Wer auf Stuttgart oder ein anderes Team gesetzt hatte, verlor seinen Einsatz. Die Aussagekraft einer Favoritenquote ist begrenzt: Sie zeigt, was der Markt erwartet, nicht, was eintritt.
Woran erkennt man einen in Deutschland erlaubten DFB-Pokal-Anbieter?
Ein Anbieter ist in Deutschland erlaubt, wenn seine Domain auf der Whitelist der GGL geführt wird. Das ist die einzige verlässliche Quelle; eine Malta- oder Curaçao-Lizenz ersetzt die deutsche Erlaubnis nicht. Die Whitelist nennt den Inhaber der Erlaubnis, das Erstdatum und – falls vorhanden – Folgeerlaubnisse. Sie ist nach Anbieternamen sortiert und enthält für jeden Eintrag die Domain, die in der Spalte „Website“ oder der entsprechenden Bezeichnung aufgeführt ist. Wer einen Link von einer Sportseite bekommt, sollte prüfen, ob die Domain exakt mit der Whitelist-Adresse übereinstimmt.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer auf eine Pokalwette aus?
Die Wettsteuer von 5,3 % wird vom Anbieter getragen oder an die Wettenden weitergereicht – beides ist möglich. Im ersten Fall ist die ausgeschriebene Quote bereits um die Steuer bereinigt; im zweiten Fall wird sie auf den Einsatz aufgeschlagen. Welche Variante gilt, regelt der Anbieter in seinen Bedingungen. Wettende, die Quoten vergleichen, sollten prüfen, ob die genannte Quote brutto oder netto zu verstehen ist und wie der Anbieter die Steuer abrechnet. Beide Effekte können in eine rechnerisch ähnliche, aber nicht identische Belastung münden.
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